Friedliche Hochschulen

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 15. Juni 2012

Mit den »Waffen des Geistes«: Nach 25 Jahren findet in Karlsruhe wieder eine Konferenz gegen Militärforschung an Universitäten statt

Rüstungsgegner diskutieren auf einer Tagung in Karlsruhe über mögliche Verbote von Militärforschung an Hochschulen. Gewerkschaften, Studentenvertretungen und Friedensgruppen haben für diesen Freitag und Samstag eine Konferenz zu sogenannten Zivilklauseln organisiert. Die Veranstaltung im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) steht in guter Tradition. »Nachdenken statt Nachrüsten: Wissenschaft für den Frieden«, so lautete der Titel eines von Professor Werner Buckel 1984 herausgegeben Buchs. Buckel war von 1971 bis 1973 Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und von 1986 bis 1988 Präsident der Europäischen Physikalischen Gesellschaft – daneben war der Wissenschaftler immer auch politisch aktiv. Er stand der Antiatomkraftbewegung nahe und propagierte schon früh die Nutzung von Sonnenenergie. 2003 starb Buckel in Karlsruhe. Seiner Forderung nach einer nachhaltigen Forschung soll nun mit der Konferenz »Verantwortung der Wissenschaften – Für Frieden und Zukunftsfähigkeit« nachgekommen werden – 25 Jahre nachdem Werner Buckel eine solche Konferenz an selber Stelle durchgeführt hat. »Mit der Tagung soll ein Zeichen gegen die wachsende Indienstnahme der öffentlichen Bildungseinrichtungen für militärische Zwecke gesetzt werden«, erklärt Roland Blach von der Deutschen Friedengesellschaft, die die Konferenz am KIT unterstützt.

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