Saufen, Gewalt und Politik

erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitung der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe Juli 2012

Anfang Juni wurden im WiSo-Pool Flugblätter der NPD gefunden. Zudem waren im gesamten Gebäude Aufkleber mit rechtsextremen Parolen zu finden. Auch wenn die Szene nicht groß ist: auch in Kassel gibt es Neonazis! Ein kurzer Überblick.

„Sturm 18“
Erstmals in Erscheinung trat die Gruppe „Sturm 18“ (die Zahl 18 steht für den ersten und achten Buchstaben im Alphabet also „A“ und „H“ als Abkürzung für „Adolf Hitler“) im Jahr 2000. Führender Kopf war der damals nach Kassel zugezogene Neonazi Bernd Tödter, der 1993 mit einem Kumpel einen Obdachlosen zu Tode geprügelt hat. Danach saß Tödter eine mehrjährige Haftstrafe ab, ging nach Kassel, musste eine weitere Haftstrafe verbüßen und zog 2006 in die Kasseler Nordstadt. Wegen Bedrohung und Beleidigung einer Frau, deren minderjährige Tochter unter den Einfluss Tödters geraten war, kam der Neonazi im Herbst 2011 erneut für 10 Monate ins Gefängnis und sitzt die Strafe zurzeit ab. „Auch wenn der Hauptprotagonist im Knast sitzt ist der Sturm 18 trotzdem sehr gefährlich“, warnt Helge von Horn. Der Rechtsextremismus-Experte aus Kassel kennt die Szene gut. Die Handvoll Neonazis des „Sturm 18“ wären nicht selten auf öffentlichen Plätzen – etwa dem Königsplatz – anzutreffen, wo sie Alkohol konsumieren würden. Auch würden sie oft martialisch auftretend – Glatze, Bomberjacke, Springerstiefel – durch die Nordstadt ziehen. Dabei komme es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen – erst Anfang Juni soll ein Mitglied des „Sturm 18“ an einem Angriff auf zwei Männer im Nordstadtpark beteiligt gewesen sein.

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