Archiv für September 2012

Westbevern Kalender 2013

Wer mich kennt weiß: ich bin immer mit der Kamera unterwegs. Im laufe der Jahre sind bei Spaziergängen rund um mein Heimatdorf so tausende Fotos entstanden. Aus einigen habe ich nun für das kommende Jahr einen Kalender gemacht – den „Westbevern Kalender 2013“ mit Fotos, die ich rund um die Orte Westbevern und Vadrup aufgenommen habe.

Den Kalender gibt es in Westbevern-Vadrup bei der Bäckerei Freitag und Getränke König und in Westbevern-Dorf bei der Bäckerei Ackermann für 10 Euro zu kaufen.
Außerdem verschicke ich die Kalender auch. Dazu einfach eine Mail mit gewünschter Anzahl an Kalendern sowie der Liefer- und Rechnungsadresse an mich senden – ich melde mich dann. Zu den 10 Euro pro Kalender kommen noch Portokosten von leider mindestens 4,40 Euro, da der Kalender etwas größer als DIN A3 (um genau zu sein: 42 × 29,7cm + Spiralbindung mit Aufhänger) ist.
Das Titelblatt, auf dem alle Fotos der einzelnen Monate verkleinert abgebildet sind, sowie die Monate April und November 2013 gibt es hier als Beispiele zu sehen:

Westbevern Kalender 2013 – Deckblatt (JPG, 11,8MB)

Westbevern Kalender 2013 – April (JPG, 5,4MB)

Westbevern Kalender 2013 – November (JPG, 9,8MB)

Strandspiele bei der Luftwaffe

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 24. September 2012

- Werbeaktion der Bundeswehr verstößt laut »terre des hommes« gegen die UN-Kinderrechtskonvention -

Die Bundeswehr wirbt auf den Internet-Seiten des Jugendmagazins BRAVO für zwei »Adventure Camps«. Über die harte Einsatzrealität wird kein Wort verloren.

»Liebst Du das Abenteuer? Suchst Du die Herausforderung? Bist Du top fit?« Diese Fragen werden den jungen Lesern der BRAVO auf der Website des Jugendmagazins gestellt. Es ist eine Werbung für die »Bundeswehr Adventure Camps 2012«. »Action, Adrenalin, Abenteuer! Die Herausforderung deines Lebens wartet auf dich«, heißt es in einem Bundeswehr-Werbefilm auf dem YouTube-Kanal der BRAVO. Die Armee verspricht bei den zwei Camps bei der Luftwaffe auf Sardinien und den Gebirgsjägern in den Berchtesgadener Alpen »krasse Wasserwettkämpfe«, »crazy Strandspiele«, »coole Beachpartys« und »Lagerfeuer-Partys« an einer »coolen Bundeswehrhütte« – für die 60 Teilnehmer komplett gratis. Von der harten Einsatzrealität ist bei der Werbung für die im Oktober stattfindenden Ferienlager keine Spur. Deshalb organisiert sich zunehmend Widerstand gegen die Kooperation von Bundeswehr und BRAVO.
Angefangen hat es mit einer Online-Petition des Kinderhilfswerks »terre des hommes«. In der – noch laufenden – Petition kann man Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und Alexander Gernandt von der »Bauer Media Group«, bei der die BRAVO erscheint, auffordern, die Werbung zu unterlassen. Laut dem Kinderhilfswerk verstößt die »irreführende Reklame« gegen die UN-Kinderrechtskonvention, die den Schutz von Kindern an oberste Stelle setzt. Mittlerweile haben mehrere tausend Menschen die Petition unterzeichnet. Mehr als 1300 Leute unterstützen eine Protest-Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook gegen die Bundeswehr-BRAVO-Kooperation. Die Gruppe bietet Vorlagen für Protest-E-Mails an den Verteidigungsminister und dient als Diskussionsplattform.

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»Bundeswehr wird ein hippes und cooles Image verpaßt«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 21. September 2012

- Rekrutenwerbung in Bravo: »krasse Wasserwettkämpfe« und »crazy Strandspiele«. Ein Gespräch mit Robert Fietzke -

Robert Fietzke ist Landesjugendkoordinator der Linkspartei in Sachsen-Anhalt und hat eine Protestgruppe gegen die Bundeswehr-Werbung im Jugendmagazin Bravo auf Facebook mitinitiiert

Die Bundeswehr wirbt zur Zeit auf den Internetseiten des Jugendmagazins Bravo für zwei Ferienlager. Sie verspricht »Action, Adrenalin, Abenteuer«, »krasse Wasserwettkämpfe«, »crazy Strandspiele« und »Lagerfeuer-Partys« an einer »coolen Bundeswehrhütte«. Sie organisieren zur Zeit eine Kampagne gegen diese Werbung – mit welcher Begründung?

Seit Aussetzung der Wehrpflicht muß die Bundeswehr neue Rekruten finden, deswegen wirbt sie in Schulen, bei Sportfesten, auf Ausbildungsmessen und jetzt auch im Teeniemagazin Bravo um Nachwuchs. Die UN-Kinderrechtskonvention jedoch verlangt eindeutig eine Erziehung »im Geiste des Friedens« – dieser völkerrechtliche Vertrag wurde auch von Deutschland ratifiziert. Wir lehnen daher sämtliche Werbe-Methoden ab, die dagegen verstoßen.
Zielgruppe der Bravo sind nach deren eigenen Angaben die 10- bis 19jährigen. Die Teilnehmer der »Bundeswehr Adventure Camps«, die im Oktober stattfinden sollen, müssen zwar mindestens 16 Jahre alt sein – die schönfärberische und einseitige Werbung bekommen aber alle jüngeren Leser auch mit. So wird versucht, der Bundeswehr ein hippes, cooles und actionreiches Image zu verpassen, um den Soldatenberuf attraktiver zu machen. Junge und sehr junge Menschen werden hier in einem nicht vertretbarem Maße vom Militär beeinflußt.

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Buchkapitel über „Bundeswehr Adventure Games“

Da frage ich für meinen – leider recht spät – in der taz erschienenen Artikel über Werbung der Bundeswehr auf den Websites des Jugendmagazins BRAVO bei der Kinderrechtsorganisation „terre des hommes“ um ein Statement und schon initiieren sie eine Online-Protest-Aktion, die aktuell zu einem riesen Medienrummel führt – wahnsinn! Dabei besteht die Kooperation zwischen Bundeswehr und BRAVO bereits seit 2005 – so umfangreich wie in diesem Jahr war sie bisher aber noch nie. In meinem 2010 erschienenen Buch „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr“ habe ich mich bereits intensiv mit den Armee-Ferienlagern, die damals noch „Bundeswehr Adventure Games“ und nicht „Adventure Camps“ hießen, auseinandergesetzt. Das entsprechende Kapitel stelle ich aus aktuellem Anlass hier kostenlos zur Verfügung:

Schulze von Glaßer, Michael: An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr, Köln 2010, Seite 64 – 68.

Abenteurer in Uniform

erschienen in der taz (www.taz.de) am 18. September 2012

- „Bravo“ wirbt für Bundeswehr -

Das Jugendmagazin „Bravo“ hilft der Bundeswehr bei der Rekruten- und Imagewerbung. Von der harten Einsatzrealität findet sich keine Spur.

„Action, Adrenalin, Abenteuer! Die Herausforderung deines Lebens wartet auf dich! Bundeswehr-Adventure Camps 2012“ – mit diesem Slogan wirbt die deutsche Armee aktuell in einem Video auf dem YouTube-Kanal der Bravo, des bekanntesten deutschen Jugendmagazins. Auch auf den Websites von Bravo und Bravo Sport wird für die zwei „Adventure Camps“, Bundeswehr-Ferienlager bei der Luftwaffe auf Sardinien und den Gebirgsjägern in den Berchtesgadener Alpen, geworben.
„Liebst du das Abenteuer? Suchst du die Herausforderung? Bist du topfit?“, werden die jungen Leser dort gefragt. Die Bundeswehr verspricht bei den Camps im Oktober „krasse Wasserwettkämpfe“, „crazy Strandspiele“ und „Lagerfeuer-Partys“ an einer „coolen Bundeswehrhütte“ – „Und das Beste daran: für den Spaß musst du absolut nichts bezahlen!“ Von der harten Einsatzrealität und Informationen über Risiken einer möglichen späteren Tätigkeit bei der Bundeswehr: keine Spur.

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Nordhorn, Beelen, Stuttgart, Kaiserslautern

Ein kurzer Hinweis auf meine kommenden Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen – wie immer würde ich mich sehr über viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter freuen:

11. September 2012 / 20 Uhr / Vortrag und Diskussion „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr“ / Gemeindehaus am Markt Nordhorn (Am Markt 1)

12. September 2012 / 19.30 Uhr / Vortrag und Diskussion „Die Eroberung der Schulen – Wie die Bundeswehr um Schülerinnen und Schüler wirbt“ / Jugendtreff Beelen (Osthoff 9)

24. September 2012 / 19 Uhr / Vortrag und Diskussion „Die Eroberung der Schulen – Wie die Bundeswehr um Schülerinnen und Schüler wirbt“ / Linkes Zentrum Lilo Herrmann Stuttgart (Böblinger Straße 105) / Website der Veranstalter

25. September 2012 / 19 Uhr / Vortrag und Diskussion „Die Eroberung der Schulen – Wie die Bundeswehr um Schülerinnen und Schüler wirbt“ / Roachhouse Kaiserslautern (Richard Wagner Straße 78, im Hinterhof)

Kinder als Truppenbetreuer

erschienen als „IMI-Standpunkt 2012/051″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)

Ein unscheinbarer Bericht auf der Website der deutschen Luftwaffe sorgt seit einigen Wochen für Wirbel: der Text informiert über eine neu vereinbarte Kooperation der Gesamtgrundschule im nordrhein-westfälischen Gummersbach-Bernberg und dem Luftwaffenunterstützungsgruppe Köln- Wahn.[1] Angefangen hat alles im Jahr 2010, als eine Grundschulklasse in Gummersbach das Thema „Menschen in Krisengebieten“ bearbeitete – im Fokus standen dabei von Anfang an die deutschen Soldaten im Ausland. Vor Weihnachten desselben Jahres schickte die damalige 4. Klasse Bilder von „Schutzengeln“ an die Soldaten im Camp Marmal nach Mazar-e Sharif in Afghanistan. Aufgrund der sehr positiven Resonanz in der Bundeswehr und den Bemühungen einiger CDU-Politiker wurde ein dauerhafter Kontakt mit der für die Aktion verantwortlichen Grundschullehrerin Mechthild Sülzer hergestellt. Frau Sülzer integrierte fortan aktuelle Informationen zum deutschen Einsatz in Afghanistan in den täglichen Schulalltag ihrer Erstklässler: „Jeden Morgen wird seither bei Unterrichtsbeginn die aktuelle Uhrzeit im Einsatzland und das dortige Wetter verkündet. Außerdem schließen die Kinder die im Einsatz befindlichen deutschen Soldaten täglich ins morgendliche Gebet ein“, hieß es noch bis vor kurzem in dem Bericht auf der Website der Luftwaffe.[2] Die Luftwaffenunterstützungsgruppe Köln-Wahn will das Projekt im benachbarten Gummersbach bis 2014 aktiv fördern.

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Die Jugendzeitung utopia – Vergangenheit und Zukunft

112 Seiten im Berliner-Zeitungsformat, 21 Ausgaben, vier Jahre Jugendzeitung utopia von 2007 bis Ende 2011. Dann wurde das Projekt vorläufig eingestellt – nicht weil es keinen Erfolg hatte, sondern weil die Redaktion schlicht zu klein war und zu wenig Zeit für die ehrenamtliche utopia-Produktion hatte. Genügend engagierte Leute zu finden war aber nicht das einzige Problem der utopia – es gab viele Höhen und Tiefen.

Im Vortrag wird die Geschichte der gewaltfrei-anarchistischen Jugendzeitung utopia aus erster Hand nachgezeichnet – von der Gründung über die Arbeitsweise der Redaktion bis zum vorläufigen Ende der Zeitung. Anschließend kann über das Zeitungsprojekt diskutiert werden. Wenn sich genügend Interessierte finden soll auch über einen Neustart der Jugendzeitung nachgedacht werden – utopia², vielleicht wird es das schon kurz nach dem Graswurzelfest geben!

9. September 2012 / 10 Uhr / Vortrag und Diskussion über die libertäre Jugendzeitung utopia / Evangelische-Studierenden-Gemeinde (ESG) Münster (Breul 43), Clubraum 3 /Website der Veranstalter

Kinder sollen die Heimatfront halten

erschienen am 1. September 2012 bei Telepolis (www.telepolis.de)

- Die Klasse 2b der Gemeinschaftsgrundschule Gummersbach-Bernberg in Nordrhein-Westfalen kooperiert mit der Aktion „Schutzengel für Afghanistan“ mit der Bundeswehr -

Angefangen hat alles im Jahr 2010, als eine Grundschulklasse in Gummersbach das Thema „Menschen in Krisengebieten“ behandelte. Der daraus entsprungene Aktionismus wirft allerdings Fragen auf: Vor Weihnachten desselben Jahres schickte die damalige Klasse 4 Bilder von Schutzengeln an deutsche Soldaten ins Camp Marmal nach Mazar-e Sharif in Afghanistan. Dabei blieb es aber nicht.
Aufgrund der sehr positiven Resonanz aus der Bundeswehr und den Bemühungen einiger konservativer Politiker wurde ein dauerhafter Kontakt mit der für die Aktion verantwortlichen Grundschullehrerin Mechthild Sülzer hergestellt. Frau Sülzer integrierte fortan aktuelle Informationen zum deutschen Einsatz in Afghanistan in den täglichen Schulalltag ihrer Erstklässler: „Jeden Morgen wird seither bei Unterrichtsbeginn die aktuelle Uhrzeit im Einsatzland und das dortige Wetter verkündet. Außerdem schließen die Kinder die im Einsatz befindlichen deutschen Soldaten täglich ins morgendliche Gebet ein“, heißt es in einem Bericht auf der Website der Luftwaffe. Die Luftwaffenunterstützungsgruppe Köln-Wahn will das Projekt im benachbarten Gummersbach bis 2014 aktiv fördern. Doch ist es nicht problematisch, wenn Grundschüler dazu verpflichtet werden deutsche Soldaten in einem umstrittenen Auslandseinsatz zu unterstützten?

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Nachtrag: In den Kommentaren auf Telepolis wird mir vorgeworfen falsch aus dem Bundeswehr-Artikel zitiert zu haben. Tatsächlich hat die Bundeswehr den Artikel verändert ohne dies kenntlich zu machen. Glücklicherweise habe ich einen Screenshot der ursprünglichen Version des besagten Artikels gemacht (siehe hier), aus der ich zitiert habe und in dem noch von „morgendlichen Gebeten“ und nicht nur von „morgendlichen Gedanken“ der jungen Schülerinnen und Schüler an die deutschen Soldaten im Ausland die Rede ist. Eine Frechheit, dass die Änderung des Artikels von der Bundeswehr nichts transparent gemacht wurde und ich nun als vermeintlicher Zitat-Fälscher dastehe!