Kinder als Truppenbetreuer

erschienen als „IMI-Standpunkt 2012/051″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)

Ein unscheinbarer Bericht auf der Website der deutschen Luftwaffe sorgt seit einigen Wochen für Wirbel: der Text informiert über eine neu vereinbarte Kooperation der Gesamtgrundschule im nordrhein-westfälischen Gummersbach-Bernberg und dem Luftwaffenunterstützungsgruppe Köln- Wahn.[1] Angefangen hat alles im Jahr 2010, als eine Grundschulklasse in Gummersbach das Thema „Menschen in Krisengebieten“ bearbeitete – im Fokus standen dabei von Anfang an die deutschen Soldaten im Ausland. Vor Weihnachten desselben Jahres schickte die damalige 4. Klasse Bilder von „Schutzengeln“ an die Soldaten im Camp Marmal nach Mazar-e Sharif in Afghanistan. Aufgrund der sehr positiven Resonanz in der Bundeswehr und den Bemühungen einiger CDU-Politiker wurde ein dauerhafter Kontakt mit der für die Aktion verantwortlichen Grundschullehrerin Mechthild Sülzer hergestellt. Frau Sülzer integrierte fortan aktuelle Informationen zum deutschen Einsatz in Afghanistan in den täglichen Schulalltag ihrer Erstklässler: „Jeden Morgen wird seither bei Unterrichtsbeginn die aktuelle Uhrzeit im Einsatzland und das dortige Wetter verkündet. Außerdem schließen die Kinder die im Einsatz befindlichen deutschen Soldaten täglich ins morgendliche Gebet ein“, hieß es noch bis vor kurzem in dem Bericht auf der Website der Luftwaffe.[2] Die Luftwaffenunterstützungsgruppe Köln-Wahn will das Projekt im benachbarten Gummersbach bis 2014 aktiv fördern.

weiterlesen