»Bundeswehr wird ein hippes und cooles Image verpaßt«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 21. September 2012

- Rekrutenwerbung in Bravo: »krasse Wasserwettkämpfe« und »crazy Strandspiele«. Ein Gespräch mit Robert Fietzke -

Robert Fietzke ist Landesjugendkoordinator der Linkspartei in Sachsen-Anhalt und hat eine Protestgruppe gegen die Bundeswehr-Werbung im Jugendmagazin Bravo auf Facebook mitinitiiert

Die Bundeswehr wirbt zur Zeit auf den Internetseiten des Jugendmagazins Bravo für zwei Ferienlager. Sie verspricht »Action, Adrenalin, Abenteuer«, »krasse Wasserwettkämpfe«, »crazy Strandspiele« und »Lagerfeuer-Partys« an einer »coolen Bundeswehrhütte«. Sie organisieren zur Zeit eine Kampagne gegen diese Werbung – mit welcher Begründung?

Seit Aussetzung der Wehrpflicht muß die Bundeswehr neue Rekruten finden, deswegen wirbt sie in Schulen, bei Sportfesten, auf Ausbildungsmessen und jetzt auch im Teeniemagazin Bravo um Nachwuchs. Die UN-Kinderrechtskonvention jedoch verlangt eindeutig eine Erziehung »im Geiste des Friedens« – dieser völkerrechtliche Vertrag wurde auch von Deutschland ratifiziert. Wir lehnen daher sämtliche Werbe-Methoden ab, die dagegen verstoßen.
Zielgruppe der Bravo sind nach deren eigenen Angaben die 10- bis 19jährigen. Die Teilnehmer der »Bundeswehr Adventure Camps«, die im Oktober stattfinden sollen, müssen zwar mindestens 16 Jahre alt sein – die schönfärberische und einseitige Werbung bekommen aber alle jüngeren Leser auch mit. So wird versucht, der Bundeswehr ein hippes, cooles und actionreiches Image zu verpassen, um den Soldatenberuf attraktiver zu machen. Junge und sehr junge Menschen werden hier in einem nicht vertretbarem Maße vom Militär beeinflußt.

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