Archiv für November 2012

Medal of Honor – Warfighter: Das virtuelle Schlachtfeld

erschienen als „IMI-Studie 2012/15″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)

Die Story – Der Hintergrund – Die Produktion

Die „Medal of Honor“ – die „Ehrenmedaille“ – ist die höchste militärische Auszeichnung der US-Regierung. Sie wird vom US-Präsidenten im Namen des Kongresses an Mitglieder der US-Streitkräfte verliehen, die sich durch „auffallende Tapferkeit und Furchtlosigkeit bei Lebensgefahr weit über die Pflichterfüllung hinaus im Gefecht gegen einen Feind der Vereinigten Staaten“ ausgezeichnet haben.[1] „Medal of Honor“ ist aber auch der Titel einer seit 1999 produzierten, erfolgreichen Videospiel-Reihe. Die ersten neun Teile der First-Person-Shooter-Serie versetzten den Spieler als Soldat in den Zweiten Weltkrieg, beim 2010 erfolgten Neustart der Serie musste der Spieler im aktuellen Afghanistan-Krieg kämpfen und der am 25. Oktober 2012 in Deutschland veröffentlichte elfte und neueste Teil der Serie – „Medal of Honor – Warfighter“ – thematisiert den politisch brisanten weltweiten „Krieg gegen den Terror“ – dabei macht das Videospiel von US-Publisher „Electronic Arts“ (EA) und dem Entwickler-Studio „Danger Close“ seinem Titel alle Ehre.

Nach der „Call of Duty“-Videospiel-Serie des Publishers „Activision“ und der „Battlefield“-Serie von EA bildet „Medal of Honor“ aktuell die dritte große First-Person-Shooter-Serie, die Militärtechnik der heutigen Zeit darstellt und den Spieler in teilweise fiktive, aber an der Realität orientierte Szenarien schickt – dennoch liegen die Verkaufszahlen der „Medal of Honor“-Serie hinter denen der anderen großen Shooter-Reihen zurück – knapp zwei Wochen nach Verkaufsstart wurden weltweit rund 650.000 Exemplare für die Konsolen „Sony Playstation 3“ und „Microsoft Xbox 360“ verkauft, über die PC-Verkäufe gab es noch keine Angaben.[2] Zur Massenkultur gehört „Medal of Honor – Warfighter“ dennoch – er hat hunderttausende und auf absehbare Zeit sogar millionen von Spielerinnen und Spielern – und trägt so zur Verbreitung bestimmter politischer Aussagen bei. Dies ist gerade angesichts des Spiel-Szenarios interessant: „In Medal of Honor Warfighter schlüpfen Spieler in die Kampfstiefel der am besten ausgebildeten und fähigsten Soldaten, die es heute gibt, und erleben Missionen, die einen direkten Bezug zu Terrorakten in der realen Welt haben“, heißt es auf der deutschen Website des Shooters.[3] Und weiter: „Medal of Honor geht über die Grenzen Afghanistans hinaus, in das globale Gefecht im Krieg gegen den Terror. Tier 1-Soldaten [höchstqualifizierte Soldaten, d. A.] aus der ganzen Welt kommen überall dort zum Einsatz, wo sie gebraucht werden.“[4] Der Spieler kann den von US-Präsidenten George W. Bush am 20. September 2001 vor dem Kongress ausgerufenen „Krieg gegen den Terror“ virtuell nachspielen. Dabei ist dieser globale Krieg gegen den Terrorismus als Antwort auf die Anschläge am 11. September 2001 in New York und Washington höchst umstritten, da er mit einem permanenten Ausnahmezustand, der Missachtung der Souveränität von Staaten und dem Bruch grundlegender Menschenrechte einhergeht. Im Rahmen dieses Krieges fielen die USA und ihre „Koalition der Willigen“ ohne UN-Mandat am 20. März 2003 in den Irak ein. Den Spielern von „Medal of Honor – Warfighter“ – das Spiel hat in Deutschland eine Altersfreigabe ab 18-Jahren – wird der „Krieg gegen den Terror“ dabei als zwingend notwendig und ausnahmslos positiv verkauft. Grund genug, näher ins Detail zu gehen und sich den First-Person-Shooter genauer anzusehen.

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Kassel, Strausberg, Berlin

Und weiter geht’s! Als nächstes werde ich in Kassel beim jährlichen „Friedensratschlag“ etwas über die politische Dimension militärischer Videospiele erzählen. Danach geht es nach Strausberg um über die Werbung von Kindern und Jugendlichen durch die Bundeswehr an Schulen aufzuklären – in Strausberg befindet sich übrigens die „Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation“. Einen Tag später bin ich mit dem gleichen Thema nochmal in Berlin zu hören und zu sehen. Wie immer würde ich mich über viele Besucherinnen und Besucher freuen!

1. Dezember 2012 / 17.30 Uhr / Vortrag und Diskussion „Militärische-Videospiele: Per Simulation in den Krieg? – Beispiel Iran“ / Ing.-Schule, Universität Kassel (Wilhelmshöher Allee 73) / Flyer zur Veranstaltung

5. Dezember 2012 / 20 Uhr / Vortrag und Diskussion „Die Eroberung der Schulen – Wie die Bundeswehr in Bildungsstätten wirbt“ / Oberstufenzentrum MOL, Strausberg (Wriezener Straße 28e) / Flyer Vorderseite und Rückseite

6. Dezember 2012 / 20 Uhr / Vortrag und Diskussion „Die Eroberung der Schulen – Wie die Bundeswehr in Bildungsstätten wirbt“ / Café Kotti, Berlin (Adalbertstraße 96) / Flyer Vorderseite und Rückseite

Hindukusch statt Hartz4

Neulich wurde ich für das ZDFneo-Magazin „Bambule“ zum Thema „Arbeitgeber Bundeswehr“ interviewt.

Die kurze Reportage ist jetzt auch hier online verfügbar!

Krieg beginnt hier! In Kassel!

erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitung der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe November 2012

- Ein Blick auf die Rüstungsindustrie in Kassel -

Dort, wo heute die Universität steht, wurde vor siebzig Jahren von der Firma „Henschel“ der Panzerkampfwagen VI „Tiger“ gebaut – der wichtigste Zulieferer war die als Waggonfabrik gegründete Kasseler Firma „Wegmann“, die die Türme für den „Tiger“ herstellte. Doch die Zeit des Zweiten Weltkriegs ist lang her. Aus dem „Tiger“ ist mittlerweile der „Leopard“ geworden, aus „Wegmann“ wurde „Krauss-Maffei Wegmann“. Panzer werden in Kassel also nach wie vor gebaut – ein Blick auf die aktuelle Kasseler Rüstungsindustrie.

Krauss-Maffei Wegmann
In den Top 100 der größten Rüstungsfirmen 2008 in Deutschland lag Krauss-Maffei Wegmann (KMW) auf Platz 3 und weltweit auf Platz 42. In die Schlagzeilen geriet das Unternehmen 2011 als bekannt wurde, dass es bis zu 800 Kampfpanzer vom Typ „Leopard 2“ nach Saudi-Arabien verkaufen wollte – der Plan die Panzer zu exportieren steht trotz heftiger Bedenken aus Gesellschaft und Opposition wegen massiver Menschenrechtsverstöße in dem arabischen Land noch immer. Auch das Emirat Katar beabsichtigt aktuell den Kauf des Kasseler Panzers, den es mittlerweile in einer Sonderausstattung für die Aufstandsbekämpfung samt Räumschild und autonomer Waffenstation gibt. Daneben produziert KMW noch die „Panzerhaubitze 2000“, den Spähwagen „Fennek“ und das Patrouillen-Fahrzeug „Dingo“, welche allesamt von der Bundeswehr im Afghanistan-Krieg eingesetzt werden. KMW baut seine Panzer in Kassel an den drei unweit der Uni gelegenen Standorten August-Bode-Straße 1, Wolfhagerstraße 32-40 sowie 69.

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Bottrop und Hannover

Die nächsten Vortrags- und Diskussions-Veranstaltungen stehen an – und für Dezember sind auch schon einige in Planung:

10. November 2012 / ab ca. 12 Uhr / Vortrag und Diskussion „Die Eroberung der Schulen – Wie die Bundeswehr um Schülerinnen und Schüler wirbt“ / Jugendkombihaus, Bottrop (Ruhroelstraße 3a) / Bildungspolitische-Konferenz der DKP

24. November 2012 / 9.30 Uhr / Vortrag und Diskussion „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr“ / Naturfreundehaus, Hannover (Hermann-Bahlsen-Allee 8 ) / Landesjugendtreffen der linksjugend [‘solid] Niedersachsen