Krieg beginnt hier! In Kassel!

erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitung der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe November 2012

- Ein Blick auf die Rüstungsindustrie in Kassel -

Dort, wo heute die Universität steht, wurde vor siebzig Jahren von der Firma „Henschel“ der Panzerkampfwagen VI „Tiger“ gebaut – der wichtigste Zulieferer war die als Waggonfabrik gegründete Kasseler Firma „Wegmann“, die die Türme für den „Tiger“ herstellte. Doch die Zeit des Zweiten Weltkriegs ist lang her. Aus dem „Tiger“ ist mittlerweile der „Leopard“ geworden, aus „Wegmann“ wurde „Krauss-Maffei Wegmann“. Panzer werden in Kassel also nach wie vor gebaut – ein Blick auf die aktuelle Kasseler Rüstungsindustrie.

Krauss-Maffei Wegmann
In den Top 100 der größten Rüstungsfirmen 2008 in Deutschland lag Krauss-Maffei Wegmann (KMW) auf Platz 3 und weltweit auf Platz 42. In die Schlagzeilen geriet das Unternehmen 2011 als bekannt wurde, dass es bis zu 800 Kampfpanzer vom Typ „Leopard 2“ nach Saudi-Arabien verkaufen wollte – der Plan die Panzer zu exportieren steht trotz heftiger Bedenken aus Gesellschaft und Opposition wegen massiver Menschenrechtsverstöße in dem arabischen Land noch immer. Auch das Emirat Katar beabsichtigt aktuell den Kauf des Kasseler Panzers, den es mittlerweile in einer Sonderausstattung für die Aufstandsbekämpfung samt Räumschild und autonomer Waffenstation gibt. Daneben produziert KMW noch die „Panzerhaubitze 2000“, den Spähwagen „Fennek“ und das Patrouillen-Fahrzeug „Dingo“, welche allesamt von der Bundeswehr im Afghanistan-Krieg eingesetzt werden. KMW baut seine Panzer in Kassel an den drei unweit der Uni gelegenen Standorten August-Bode-Straße 1, Wolfhagerstraße 32-40 sowie 69.

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