Archiv für Dezember 2012

Spiel? Serious Game? Militärsimulator!

erschienen in der „WASD“ (www.wasd-magazin.de) Ausgabe 2

Da haben sich zwei gefunden: die Kooperation zwischen der Videospielbranche und der Rüstungsindustrie wird enger. Das zahlt sich für beide aus.

Presse- und Fachbesuchertag der Gamescom 2012 in Köln. Ich bin mit meiner Kamera unterwegs, um Fotos von den teils aufwändigen Messeständen der neuesten Videospiele zu machen: Activison hat wie im vergangenen Jahr einen großen Klotz mit einfachem Schriftzug für den neuesten Teil der CALL OF DUTY-Serie die Messehalle gepackt, die Fassade des Electronic Arts-Stands von MEDAL OF HONOR WARFIGHTER zieren überlebensgroße Bilder von Elitesoldaten und der deutsche Videospielhersteller Crytek wirbt mit dem Model eines CH-47 „Chinook“-Hubschraubers für seinen neuen Multiplayer-Shooter WARFACE. In dem begehbaren Hubschrauber kann man eine vorläufige Version des Spiels testen. Am Eingang, der hinteren Laderampe des CH-47-Models, steht eine Gruppe junger Männer erwartungsfroh an. Einige tragen schwarze Polohemden. Die Aufschrift darauf macht mich stutzig: „Sagittarius – Thales small arms trainer“. Mitarbeiter eines französischen Rüstungsunternehmens auf der weltweit größten Messe für Videospiele?

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Friedlich forschen

erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitung der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe Dezember 2012

Bundesweit setzen sich studentische Initiativen für militärfreie Forschung und Lehre ein.

Krieg beginnt vor der eigenen Haustür. Kassel ist einer der größten Rüstungsstandorte Deutschlands – hier werden Panzer und militärische Radfahrzeuge hergestellt, die beispielsweise im Afghanistan-Krieg zum Einsatz kommen (siehe medium² vom November, Seite 10). Doch wer Militärgerät möchte, muss es erst mal aufwendig entwickeln: daher drängen Rüstungsunternehmen immer öfters an Universitäten, um über Dritt-Mittel-Projekte eigene Forschungsinteressen zu verfolgen.

So war etwa das Institut für Angewandte Festkörperphysik in Freiburg an der Entwicklung des neuen Bundeswehr Transportflugzeugs Airbus A400M beteiligt. Die Universität Stuttgart unterhält seit April 2009 ein Partnerschaftsabkommen mit dem Unternehmen Eurocopter, einer Tochter des großen europäischen Rüstungskonzerns EADS. Die Studierenden und Dozenten sollen neue Rotorblätter und Hubschrauberstrukturen entwickeln, die auch für Kampfhubschrauber verwendet werden können. Auch das Verteidigungsministerium ist im Bereich der Militärforschung aktiv: rund eine Milliarde Euro investiert das Ministerium jährlich in Wehrforschung, militärische Entwicklung und Erprobung. Etwa acht Millionen davon fließen direkt an Universitäten und 36 Millionen an andere öffentliche Forschungseinrichtungen. Auch an der Universität Kassel gab es schon militärische Forschungsprojekte.

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NATO instrumentalisiert Konflikte

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 3. Dezember 2012

- Friedensratschlag konstatiert Rückkehr des Krieges in die Politik -

Unter dem Titel »Die Rückkehr des Krieges in die Politik – Eine Welt ohne Krieg ist möglich« fand am Wocheneden im nordhessischen Kassel der 19. Friedensratschlag statt.

»Zwei Jahre nach den Aufständen des arabischen Frühlings stehen die Zeichen auf Sturm«, so Peter Strutynski bei seiner Eröffnungsrede in der mit knapp 400 Zuhörern vollen Aula der Universität Kassel am Samstag. Der Organisator des jährlichen Friedensratschlags warnte in seiner Rede angesichts der instabilen Lage in der arabischen Welt vor voreiligen Parteinahmen für eine der Bürgerkriegsparteien – insbesondere mit Blick auf den Konflikt in Syrien. Strutynski sprach sich gegen jede Gewalt aus und forderte stattdessen Solidarität mit den leidtragenden Zivilisten. Die Bundesregierung müsse die Waffenexporte in den Nahen und Mittleren Osten stoppen.

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