Friedlich forschen

erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitung der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe Dezember 2012

Bundesweit setzen sich studentische Initiativen für militärfreie Forschung und Lehre ein.

Krieg beginnt vor der eigenen Haustür. Kassel ist einer der größten Rüstungsstandorte Deutschlands – hier werden Panzer und militärische Radfahrzeuge hergestellt, die beispielsweise im Afghanistan-Krieg zum Einsatz kommen (siehe medium² vom November, Seite 10). Doch wer Militärgerät möchte, muss es erst mal aufwendig entwickeln: daher drängen Rüstungsunternehmen immer öfters an Universitäten, um über Dritt-Mittel-Projekte eigene Forschungsinteressen zu verfolgen.

So war etwa das Institut für Angewandte Festkörperphysik in Freiburg an der Entwicklung des neuen Bundeswehr Transportflugzeugs Airbus A400M beteiligt. Die Universität Stuttgart unterhält seit April 2009 ein Partnerschaftsabkommen mit dem Unternehmen Eurocopter, einer Tochter des großen europäischen Rüstungskonzerns EADS. Die Studierenden und Dozenten sollen neue Rotorblätter und Hubschrauberstrukturen entwickeln, die auch für Kampfhubschrauber verwendet werden können. Auch das Verteidigungsministerium ist im Bereich der Militärforschung aktiv: rund eine Milliarde Euro investiert das Ministerium jährlich in Wehrforschung, militärische Entwicklung und Erprobung. Etwa acht Millionen davon fließen direkt an Universitäten und 36 Millionen an andere öffentliche Forschungseinrichtungen. Auch an der Universität Kassel gab es schon militärische Forschungsprojekte.

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