Archiv für April 2013

Games’n’Politics – Folge 10 – Atomkraft in Sim City (2) – Jetzt ist’s passiert!

Neulich ist – nach langer Zeit – das Atomkraftwerk in meiner Sim City-Stadt ohne mein Zutun in die Luft geflogen.

Deswegen und auch weil es unter dem ersten Video zum Thema viele interessante Kommentare und Anmerkungen gab ein kleines Update-Video zur „Atomkraft in Sim City“:

Hier geht’s zum Video!

Relaunch der medium

Vor knapp einem Jahr habe ich meinen ersten Artikel für die medium, die Zeitschrift der Studierendenschaft der Universität Kassel verfasst. Danach folgten immer wieder Artikel und Interviews. Außerdem bin ich auch schon länger in der Redaktion aktiv – und seit einiger Zeit mit dem Konzept der Zeitschrift nicht ganz zufrieden. Daher freue ich mich sehr über den jetzigen Relaunch der medium: die internen Abläufe wurden etwas verändert (und werden es noch immer) und vor allem wurde das Layout geändert. Das bisherige Layout war ohne Frage sehr aufwändig und anspruchsvoll (siehe hier einige der letzten Ausgaben) aber auch sehr verspielt und – nennen wir es mal – wenig „seriös“. Nun gibt es ein neues, „strafferes“ Layout mit weniger Farben.

Es sieht nun mehr aus wie ein Nachrichten-Magazin. Das liegt daran, dass ich die medium nun layoute – und meine Layout-Fähigkeiten auch nur sehr begrenzt sind ;-) Aber ich bin zufrieden und habe auch schon sehr viel positive Rückmeldungen erhalten. Daneben war ich auch an der redaktionellen Arbeit der Ausgabe beteiligt und habe Artikel organisiert, Bilder beigesteuert und auch zwei Interviews geführt (siehe unten). Knapp ein Jahr nach meinem Beginn in der medium-Redaktion, knapp eineinhalb Jahre nach Ende der utopia und knapp viereinhalb Jahre nach meinem Ende in der Semesterspiegel-Redaktion (der Zeitung der Studierendenschaft der Uni Münster) habe ich mit der medium nun endlich wieder ein neues Zeitungsprojekt, in das ich mich voll und ganz einbringen kann.

medium Nr. 1 Mai/Juni 2013 – High quality (PDF, 20MB)
medium Nr. 1 Mai/Juni 2013 – Low quality (PDF, 5MB)

Friedensbewegung, Friedensforschung und Protest: „Es steht schlecht um den Frieden“

erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitschrift der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe Mai/Juni 2013

Dr. Peter Strutynski lehrt seit 1977 Politikwissenschaft – vor allem in den Bereichen Arbeits- und Friedenspolitik sowie Internationale Beziehungen – in Kassel und ist seit 1981 in der Friedensbewegung aktiv. Er organisiert den seit 1994 jährlich an der Universität Kassel stattfindenden „Friedensratschlag“ (Infos unter: www.ag-friedensforschung.de).

Wenn Studierende an die Friedensbewegung denken, haben sie – so nehme ich an – oft das Bild von älteren Leuten der 68er-Ära im Kopf, die immer noch einem heute als weltfremd erscheinenden, internationalen Pazifismus anhängen. Ein falsches Bild?

Ich würde diesem Bild nicht grundsätzlich wiedersprechen. Und die in die Jahre gekommene Friedensbewegung empfindet es selbst zunehmend als Problem. Als ich 1967 in München mein Studium begonnen habe, wäre mir nie in den Sinn gekommen mich in der Friedensbewegung zu engagieren. Schon damals bestand die Friedensbewegung eher aus älteren Leuten und erschien mir nicht sehr attraktiv. Aber das war nur der erste Eindruck. Die Friedensbewegung, die dann in den 1980er-Jahren nach dem NATO-Doppelbeschluss, der die Stationierung von Atomwaffen auf deutschem Boden vorsah, ihren großen Aufschwung genommen hat, war zwar eine jüngere Bewegung als heute, aber auch nicht gerade eine Jugendbewegung. Jugendliche und Studierende engagieren sich eher sporadisch aus einem konkreten Anlass, zu bestimmten Events oder Aktionen. Sie sind weniger bereit zu kontinuierlicher Arbeit in „traditionellen“ Organisationen – noch dazu wenn diese in dem Geruch stehen ein wenig angestaubt oder old fashioned zu sein. Man muss auch sehen, dass jede Bewegung ein Auf und Ab hat; das macht ja gerade ihren Bewegungscharakter aus. Die große Friedensbewegung der 1980er-Jahre ist entstanden, nachdem die Bewegung im Jahrzehnt davor auch nur von relativ wenigen Aktivisten am Leben gehalten wurde. In der jüngeren Vergangenheit war es beispielsweise der Golf-Krieg 2003, der wieder Massen gegen Krieg mobilisiert hat.

weiterlesen (PDF, Seite 22)

„Die Kombination aus Engagement und Studium ist für mich die perfekte Symbiose“

erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitschrift der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe Mai/Juni 2013

Wer Geisteswissenschaften studiert muss nicht immer nur langweilige Papers schreiben – man kann die Theorie auch in die Praxis umsetzen. So wie Adrian Hermes.

Adrian Hermes studiert in Kassel im Master Politikwissenschaft. Doch auch die politische Praxis ist ihm wichtig. Seit Jahren ist er Mitglied der IG Metall (IGM) und sitzt mittlerweile für die Jugend-Abteilung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) als Vize Präsident im Vorstand des Jugendkomitees des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB). Wir sprachen mit ihm über die aktuelle Rolle der Gewerkschaften in der (Krisen-)Politik, die Vereinbarkeit von Studium und außer-universitärem Engagement und warum es sich lohnt für seine Ansichten auf die Straße zu gehen.

Du studierst, bist aber Mitglieder in einer Gewerkschaft für Arbeiter in der Metall- und Elektroindustrie – wie das?

Durch meine Ausbildung zum Industriekaufmann bei einem großen Automobilzulieferer bin ich seit 2005 in der IG Metall. Nachdem ich Jugend- und Auszubildendenvertreter wurde und mich in diversen Gremien engagiert habe, nahm ich 2008 das Studium der Politikwissenschaften in Osnabrück auf. Ich wollte mein betriebliches Engagement erweitern und auf anderen Ebenen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen. An der Uni konnte ich mich endlich mit den spannenden Fragen beschäftigen und mein Ehrenamt ausbauen. Seit vielen Jahren bin ich nun Bildungsreferent für die IGM und Delegierter für viele Arbeitskreise und Gremien in Leitungspositionen.

Ich habe gehört du sitzt im Rahmen der Gewerkschaftsarbeit immer viel im Flieger…

Das Jugendkomitee des EGB ist die Stimme aller jungen Gewerkschafter aus ganz Europa und hat ca. 40 – 50 Mitglieder. Wir diskutieren die aktuellen Probleme und Herausforderungen für die Junge Generation in Europa und versuchen Antworten darauf zu finden. Ich vertrete im Vorstand des Komitees den Österreichische Gewerkschaftsbund und den DGB und bin damit Teil eines siebenköpfigen Teams. Hier findet auch die Hauptarbeit statt. Wir werden oft als Experten zu Konsultationsprozessen der Europäischen Kommission eingeladen, vertreten die EGB Jugend auf diversen internationalen Konferenzen und versuchen Einfluss auf die EGB Politik zu nehmen, um die Jugendbelange durchzusetzen. Die Arbeit ist sehr spannend, aber auch enorm fordernd bei den vielen unterschiedlichen Interessen und Strukturen.

weiterlesen (PDF, Seite 15)

Games’n’Politics – Folge 9 – Zivilisten in Militär-Shootern

Viele Militär-Shooter geben heute vor ein „realistisches“ oder zumindest „authentisches“ Bild militärischer Einsätze zu zeichnen – doch Zivilisten, die bei realen bewaffneten Konflikten am meisten leiden, kommen kaum in solchen Spielen vor.

Ein kurzer Blick auf die Darstellung von Zivilisten in Militär-Videospielen und zwei zu debattierende Forderungen.

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Bremen, Erfurt, Trier

Weiter geht’s! Bei den kommenden Veranstaltungen geht es zur Abwechslung auch mal um das Thema „Medien und Militär“ – mit ganz frischen Präsentationen! Hier die Termine:

13. April 2013 / 11Uhr / Workshop „Medien und Krieg“ / Konsul-Hackfeld-Haus (Birkenstraße 34), Bremen / Website der Veranstalter

18. April 2013 / 20Uhr / Vortrag und Diskussion „Soldaten im Klassenzimmer – die Bundeswehr an Schulen“ / Hinterhaus (Allerheiligenstraße 9), Erfurt / Website der Veranstalter

24. April 2013 / 20Uhr / Vortrag und Diskussion „Medienkrieg – Zur Banalisierung des Militärischen in Medien und politischer Kultur“ / FUZ (Pfützenstraße 1), Trier / Website der Veranstalter

Wie immer würde ich mich sehr über viele Besucherinnen und Besucher bei den Veranstaltungen freuen!

Games’n’Politics – Folge 8 – Greenwashing von Nissan in Sim City

Vor einigen Tagen erschien für das neue Sim City eine kostenlose Erweiterung: nun kann man auch Ladestationen für Elektroautos in seine Stadt bauen – coole Sache!

Wäre da nicht der dumpfe Beigeschmack der Werbung für einen japanischen Automobilhersteller. Der ist in Wirklichkeit gar nicht so grün wie es in der Sim City-Erweiterung dargestellt wird…

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Drohnenpläne wecken Widerstand

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 2. April 2013

- Kampagne warnt vor Neuauflage nach der Bundestagswahl -

Schon im August 2012 begann Verteidigungsminister Thomas de Maizière öffentlich für die Beschaffung bewaffneter Flugzeug-Drohnen für das deutsche Militär zu werben: »Ethisch ist eine Waffe stets al…

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Peter Grottian: „Soziale Bewegungen praktizieren zu wenig zivilen Ungehorsam“

erschienen in der Graswurzelrevolution (GWR) 378 / April 2013 und auf www.graswurzel.net

Peter Grottian ist Hochschullehrer für Politikwissenschaft an der FU Berlin. Er ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von attac. Seine im folgenden Interview vertretenen Positionen weichen insofern vom Selbstverständnis der Graswurzelrevolution ab, als sie den Staat affirmativ zum Adressaten politischer Forderungen machen. Zugleich aber zielt Grottian darauf ab, die zahmen Attac-Aktionen zuzuspitzen und mit radikaler Kritik an Herrschaftsstrukturen zu verbinden. Deshalb wollen wir diese Positionen zur Diskussion stellen und freuen uns über Bezug nehmende Beiträge. (GWR-Red.)

GWR: In den Medien wird täglich über die Wirtschafts- und Finanzkrise berichtet. Mit attac gibt es eine in Deutschland bereits im Jahr 2000 gegründete Organisation, die sich mit den Themen der Krise kritisch auseinandersetzt. Was macht attac aktuell?

Peter Grottian: Wir bereiten uns gerade auf die nächsten „Blockupy“-Proteste vor, die Ende Mai und Anfang Juni in Frankfurt/M. stattfinden sollen – da soll es eine Umzingelung des Bankenviertels geben. Bei der Organisation ist attac neben Gewerkschaften und anderen linken Gruppen einer der Hauptakteure. Daneben gibt es aktuell seitens attac auch eine Bankenwechsel-Kampagne und es sind Proteste im Rahmen der Aktionärsversammlung der Deutschen Bank geplant.

GWR: Meinem Eindruck nach hört man von attac momentan nur wenig in der Öffentlichkeit. Täusche ich mich da?

Peter Grottian: Das ist zum Teil sicher eine richtige Beobachtung – hängt aber auch davon ab, dass attac von den politischen Vorhaben pluralistisch organisiert und breit aufgestellt ist. Heute gibt es zum einen die Vorbereitung der „Blockupy“-Proteste, die viele Ressourcen bündelt, und die Kampagne „Umfairteilen“, in der die Frage nach einem Reichtums-Armuts-Ausgleich gestellt wird. Bei „Umfairteilen“ arbeiten wir auch viel mit Kirchen zusammen, organisieren Protestaktionen und auch einen Kongress. attac ist Teil vieler solcher Bündnisse und tritt daher eben auch nicht immer mit eigenem Namen groß in der Öffentlichkeit in Erscheinung.

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Ostermarsch in Kassel 2013

Anfang April 2013 demonstrierten im nordhessischen Kassel hunderte Menschen gegen die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr und auch allgemein gegen Krieg und Gewalt.

Meine Fotos vom Ostermarsch gibt es hier zu sehen.