„Die Kombination aus Engagement und Studium ist für mich die perfekte Symbiose“

erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitschrift der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe Mai/Juni 2013

Wer Geisteswissenschaften studiert muss nicht immer nur langweilige Papers schreiben – man kann die Theorie auch in die Praxis umsetzen. So wie Adrian Hermes.

Adrian Hermes studiert in Kassel im Master Politikwissenschaft. Doch auch die politische Praxis ist ihm wichtig. Seit Jahren ist er Mitglied der IG Metall (IGM) und sitzt mittlerweile für die Jugend-Abteilung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) als Vize Präsident im Vorstand des Jugendkomitees des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB). Wir sprachen mit ihm über die aktuelle Rolle der Gewerkschaften in der (Krisen-)Politik, die Vereinbarkeit von Studium und außer-universitärem Engagement und warum es sich lohnt für seine Ansichten auf die Straße zu gehen.

Du studierst, bist aber Mitglieder in einer Gewerkschaft für Arbeiter in der Metall- und Elektroindustrie – wie das?

Durch meine Ausbildung zum Industriekaufmann bei einem großen Automobilzulieferer bin ich seit 2005 in der IG Metall. Nachdem ich Jugend- und Auszubildendenvertreter wurde und mich in diversen Gremien engagiert habe, nahm ich 2008 das Studium der Politikwissenschaften in Osnabrück auf. Ich wollte mein betriebliches Engagement erweitern und auf anderen Ebenen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen. An der Uni konnte ich mich endlich mit den spannenden Fragen beschäftigen und mein Ehrenamt ausbauen. Seit vielen Jahren bin ich nun Bildungsreferent für die IGM und Delegierter für viele Arbeitskreise und Gremien in Leitungspositionen.

Ich habe gehört du sitzt im Rahmen der Gewerkschaftsarbeit immer viel im Flieger…

Das Jugendkomitee des EGB ist die Stimme aller jungen Gewerkschafter aus ganz Europa und hat ca. 40 – 50 Mitglieder. Wir diskutieren die aktuellen Probleme und Herausforderungen für die Junge Generation in Europa und versuchen Antworten darauf zu finden. Ich vertrete im Vorstand des Komitees den Österreichische Gewerkschaftsbund und den DGB und bin damit Teil eines siebenköpfigen Teams. Hier findet auch die Hauptarbeit statt. Wir werden oft als Experten zu Konsultationsprozessen der Europäischen Kommission eingeladen, vertreten die EGB Jugend auf diversen internationalen Konferenzen und versuchen Einfluss auf die EGB Politik zu nehmen, um die Jugendbelange durchzusetzen. Die Arbeit ist sehr spannend, aber auch enorm fordernd bei den vielen unterschiedlichen Interessen und Strukturen.

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