Archiv für Mai 2013

»Meine Briefe bleiben auch künftig militärfrei«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 31. Mai 2013

- Die Post will eine Bundeswehr-Briefmarke herausbringen – Gegenaktionen von Friedensaktivisten. Ein Gespräch mit Roland Blach -

Roland Blach ist Geschäftsführer der »Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen« (DFG-VK) Baden-Württemberg

Das Bundesfinanzministerium gibt am 6. Juni Sonderbriefmarken mit olivgrünen Silhouetten von Menschen und dem Schriftzug »Bundeswehr – Im Einsatz für Deutschland« heraus. Was haben Sie dagegen?

Diese Briefmarke ist ein vorläufiger Höhepunkt der Werbemaßnahmen der Bundeswehr seit Wegfall der Wehrpflicht. Sie soll wohl suggerieren, daß das Militär von der gesamten Bevölkerung unterstützt wird. Das Bundesfinanzministerium schreibt dazu: »Die Bundeswehr genießt hohes Ansehen und großes Vertrauen. Sie nimmt einen selbstverständlichen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft ein, für die sie eine einzigartige und unverzichtbare Aufgabe wahrnimmt: Sie schützt Frieden und Freiheit – in Deutschland und in internationalen Einsätzen zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung.«
Damit erreicht die Einflußnahme der Bundeswehr auf Bildung und Wissenschaft, Freizeit, Sport und Kultur eine neue Dimension – letztlich geht es doch darum, Krieg als Mittel der Politik in der Bevölkerung akzeptabel zu machen. Die DFG-VK hat deshalb eine Petition an Minister Wolfgang Schäuble (CDU) mit der Forderung gerichtet, diese Briefmarke zurückzuziehen. Meine Briefe jedenfalls bleiben auch künftig militärfrei.

Ist das nicht viel Aufregung um eine kleine Briefmarke? Briefe schreibt doch kaum noch jemand, und die jeweiligen Marken werden wohl nur wenig beachtet.

Im Gegenteil. Ich selbst war früher leidenschaftlicher Sammler und stelle fest, daß die Post gerade angesichts der elektronischen Medien mit ihren Briefmarken wieder für viele Menschen interessant wird. Sie sind etwas Besonderes geworden – parallel zu E-Mail, Facebook und Co.
Briefmarken sind in allen Bevölkerungsschichten verbreitet, das Militär hat damit eine großflächige und subtile Alltagswerbung an der Hand – vergleichbar mit der Reklame in Fußballstadien oder Bahnwaggons. Das Bundeswehr-Marketing bleibt nicht bei bestimmten Zielgruppen stehen.

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Games’n’Politics – Folge 12 – Bioshock Infinite: Rassismus und Anti-Rassismus in Videospielen

Im neuen Shooter-Videospiel „Bioshock Infinite“ von „2K Games“ gerät der Spieler in einen bewaffneten Konflikt zwischen weißen Rassisten und Anti-Rassisten.

Welche Aussagen das Spiel über den Konflikt verbreitet und welche anderen Videospiele es gibt, die rassistische oder anti-rassistische Aussagen verbreiten, habe ich mir näher angesehen und darüber eine neue Folge „Games‘n'Politics“ erstellt.

Hier geht’s zum Video!

Games’n’Politics – Folge 11 – Electronic Arts und die Rüstungsindustrie

Der US-Videospiel-Hersteller „Electronic Arts“ (EA) möchte für die Darstellung aus der Realität entnommener Waffen in seinen Videospielen zukünftig keine Lizenzgebühren mehr an die Rüstungsindustrie zahlen. Das heißt auch: bisher haben Spieler, die EA-Spiele gekauft haben, damit auch Waffenhersteller finanziell unterstützt. Dabei ist EA nur eines von vielen Videospiel-Unternehmen, das mit der Rüstungsindustrie kooperiert.

Bedarf es also einer Kennzeichnung von Videospielen, mit denen die Hersteller von Waffen über den Umweg „Videospiel-Hersteller“ vom Käufer unterstützt werden? Wie kann Transparenz in diesem Bereich geschaffen werden?

Hier geht’s zum Video!

Antifaschistischer Protest in Frankfurt

Eigentlich wollte die neofaschistische NPD am 1. Mai 2013 eine Kundgebung am frankfurter Ostbahnhof durchführen. Hunderte Gegen-DemonstrantInnen hinderten die Neonazis aber bereits an der Anreise zum Kundgebungsort.

An verschiedenen Stellen – u.a. auch auf den Bahngleisen – in der Stadt gab es antifaschistische Demonstrationen und Sitzblockaden. Die vollkommen überforderte Polizei griff hart – und teilweise auch sehr brutal – durch. Zu meinen Fotos von den Aktionen geht’s hier.