Aachener Friedenspreis abgelehnt

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 15. Juni 2013

- Leiterin der Düsseldorfer »Hulda-Pankok-Gesamtschule« will Bundeswehr zurück in den Unterricht holen -

Es sei die Pflicht einer jeden Frau, den »nationalen Machtstaat« zu verneinen und als »Weltbürgerin« mitzuhelfen, »den Frieden zu sichern«, heißt es in einem Zitat der Künstlerin Hulda Pankok auf der Website einer nach ihr benannten Schule in Düsseldorf. Ganz im Sinne der Friedensaktivistin faßte die Schulkonferenz im Oktober 2010 auf Initiative der Schülervertretung gemeinsam mit Lehrern und Elternvertretern den Entschluß, Soldaten den Zugang in die Schule zukünftig zu verwehren. Seitdem wird eine in Nordrhein-Westfalen bestehende Kooperationsvereinbarung, die der Armee den Zugang an Schulen sichert, an der Hulda-Pankok-Schule nicht umgesetzt.
Friedensaktivisten halten die Entscheidung der Gesamtschule für vorbildlich. Der »Aachener Friedenspreis e.V.« wählte neben zwei bundeswehrfreien Schulen in Offenbach am Main und in Berlin die Hulda-Pankok-Schule zum Preisträger 2013. Gegenüber dem WDR zeigte sich Schulleiterin Alexandra Haußmann bei Bekanntwerden im Mai erfreut: »Ja, den Schülern und den Lehrern muß ich das heute erst mal alles mitteilen. Die werden sich ebenso freuen und das bietet doch mal Anlaß, im Unterricht über bestimmte Dinge zu sprechen«, so Haußmann im WDR.
Anfang Juni dann die Überraschung: »Die Schule nimmt den Preis nicht an«, schreibt die Schulleiterin in einem offenen Brief an den »Aachener Friedenspreis e.V.«. Die »dargestellten und für preiswürdig gehaltenen Umstände« träfen »weder tatsächlich noch rechtlich« zu, wird die Ablehnung begründet. Es habe 2010 keinen Beschluß der Schulkonferenz gegeben, so Haußmann. Zudem halte sie den Besuch der Bundeswehr im Schulunterricht pädagogisch für sinnvoll.

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