»Gegen die Militarisierung der Bildung zur Wehr setzen«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 24. Juni 2013

- Kongreß in München wird beraten, wie man die Bundeswehr aus den Schulen heraushält. Ein Gespräch mit Renate Bayer -

Renate Bayer ist aktiv in der »AG Friedliche Schule und Hochschule« der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di

Sie laden für den kommenden Samstag zur Tagung »Zivilklausel verankern – Kooperationsvereinbarung kündigen« in München ein. Worum geht es da genau?

Genauer gesagt laden der Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, GEW und der Landesbezirk ver.di unter dem übergeordneten Motto »Widerstand in Bayern bündeln« ein. Gerade in Bayern, wo die größte nationale Forschungsdichte für die Rüstungsindustrie besteht, steckt die Auseinandersetzung um eine Zivilklausel noch in den Kinderschuhen. Daneben wollen wir die Kräfte bündeln, die sich gegen das Kooperationsabkommen der Bundeswehr mit dem Kultusministerium engagieren. Wir wollen diesen Forderungen anläßlich der kommenden Landtagswahlen Nachdruck verleihen. Zu Wort kommen sollen diejenigen, die sich in Bayern bereits dafür engagiert haben, z.B. die Augsburger Studenten, die sich gegen einen Rüstungspark in der Nähe ihrer Uni wehren. Eingeladen sind also Beschäftigte, Studenten, Lehrer, Schüler, Eltern – alle, die sich gegen die Militarisierung der Bildung zur Wehr setzen wollen.

Läßt sich an der bereits 2010 unterzeichneten Kooperationsvereinbarung zwischen der Bundeswehr und dem Kultusministerium in Bayern, die den Jugendoffizieren der Armee Zugang zu Schulen sichert, noch etwas ändern?

Gerade die Jugend soll ja für das Konzept der Interventionsarmee – der »Armee im Einsatz« – und für die Inhalte der verteidigungspolitischen Richtlinien gewonnen werden. Als Multiplikatoren werden verstärkt die Lehrer von der Bundeswehr angesprochen. Es gibt schon Resolutionen gegen das Kooperationsabkommen etwa vom Bayerischen Jugendverband und dem Bayerischen Elternverband. Ob wir das Kooperationsabkommen zu Fall bringen oder nicht: Der Kampf um die Köpfe muß geführt werden!
Wir müssen gerade als Gewerkschafter immer wieder klarstellen, daß die Interessen der Krisenverursacher an Rohstoffen und Absatzmärkten, an der Vorherrschaft in der Welt, nicht unsere Interessen sind. Und wir wollen nicht, daß schon Kinder für Militarismus begeistert werden.

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