Archiv für Juli 2013

Gewaltfreier Protest gegen Krieg und Militär

In der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich Friedenaktivisten, die gegen das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) „Altmark“ der Bundeswehr protestiert haben, begleitet. Einen Bericht von der Aktion gibt es hier.

Einige Fotos, die ich während der Protest-Aktion auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes gemacht habe, sind hier auf meinem flickr-Account zu sehen.

Querflöte, Violine und Feldjäger

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 31. Juli 2013

- Gruppe »Lebenslaute« spielt gegen Gefechtsübungszentrum auf -

Eine Nachtwanderung über einen Truppenübungsplatz der Bundeswehr, die Flucht vor einem Helikopter, ein klassisches Konzert vor Feldjägern und Polizei sowie ein beschlagnahmtes Auto – ein persönlicher Bericht vom Aktionstag gegen das Gefechtsübungszentrum »Altmark« der Bundeswehr.

»Militärischer Sicherheitsbereich« ist auf dem Schild neben einer Schranke im Norden des Gefechtsübungszentrums (GÜZ) »Altmark« der Bundeswehr zu lesen. Unbefugten ist das Betreten des Geländes unter Strafe verboten. Hier wird Europas modernstes Trainingszentrum für Soldaten entstehen. Dann soll das Militär noch besser für Interventionen ausgebildet werden können. Es ist etwa 2 Uhr nachts als ich am vergangenen Samstag mit einer Gruppe Friedensaktivisten neben dem Schild am GÜZ stehe. Der Mond scheint hell durch die Bäume, es ist warm. Die Gruppe, mit der ich unterwegs bin, besteht aus elf Personen im Alter zwischen 20 und 75 Jahren. Sie wollen in dieser Nacht die ehemalige Ortschaft Salchau auf dem Gelände des GÜZ erreichen, um gegen die Einrichtung zu protestieren.

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Games’n’Politics – Folge 16 – Folter & Exekutionen in Militär-Shootern

In aktuellen Kriegs-Shootern muss der Spieler unzählige Feinde töten – soweit so normal. Allerdings werden in den Spielen auch Szenen gezeigt, in denen Gefangene gefoltert und Wehrlose exekutiert werden.

Viele Spiele wie etwa die der „Call of Duty“-Reihe legitimieren damit Verstöße gegen die „Genfer Konvention“ und die Erosion des Rechtssystems im Rahmen des „Kriegs gegen den Terror“.

Hier geht’s zum Video!

»Ein großer Schritt in die richtige Richtung«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 23. Juli 2013

- Zivilklausel der Uni Münster: »Formular zum Kriegswaffenkontrollgesetz« muß bei Forschungsvorhaben ausgefüllt werden. Ein Gespräch mit Jörg Rostek -

Jörg Rostek ist studentischer Vertreter im Senat der Universität Münster

Der Senat der Universität Münster hat in der vorigen Woche die Einführung einer »Zivilklausel« in die Hochschulverfassung beschlossen. Damit soll Militärforschung untersagt werden. War der Beschluß denn nötig?

Zwar findet nach unserem Kenntnisstand aktuell keine Militärforschung an der Uni statt – in der Vergangenheit gab es aber einige wehrmedizinische Projekte mit der Bundeswehr. 2004 und 2005 hat die Uni Münster dafür mehr als 60000 Euro vom Verteidigungsministerium bekommen. Da solche Forschungsprojekte dazu dienen, Krieg als politisches Mittel zu optimieren, anstatt ihn zu verhindern, gehören sie nicht an eine zivile Hochschule. Mit der Zivilklausel wollen wir dafür sorgen, daß Kriegsforschung nicht noch mal stattfindet.

Die Leitung der Münsteraner Universität gilt eher als konservativ. Wie kam es zu dem einstimmigen Beschluß?

Wir haben schon seit zwei Jahren für die Einführung der Klausel gearbeitet, viele Veranstaltungen organisiert sowie im Studierendenparlament und im Allgemeinen Studierendenausschuß darüber diskutiert. Es herrschte weitestgehend Einigkeit darüber, daß wir in Münster eine Zivilklausel brauchen. Deshalb haben wir einen Entwurf dafür auf die Tagesordnung der Senatssitzung am 17. Juli gesetzt. Zunächst sah die Rektorin Professor Dr. Ursula Nelles unseren Antrag als Mißtrauensvotum gegen sich. Sie hat klargestellt, daß sie Forschungsprojekte mit militärischem Hintergrund unterbinden würde. Mit einer Zivilklausel diesen friedenspolitischen Anspruch zu unterstützen, lag da nicht fern. Sowieso herrschte im Senat Einigkeit darüber, daß Kriegsforschung an der Uni Münster erst einmal nichts zu suchen hat. Wo Kriegsforschung beginnt, ist aber weiterhin strittig.

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Realistische Feinde

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) vom 18. Juli 2013

Diplomatische Verwicklungen vs. plausible Geschichten: Nachdem in „Battlefield 3″ der Iran erobert wurde, wird in „Battlefield 4“ gegen China gekämpft

Die Videospiel-Messe Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles Mitte Juni ist eine wichtiger Branchentreffpunkt. In diesem Jahr fiel die Bilanz mau aus: Es gab einige Überraschungen, viele Enttäuschungen und noch mehr Standardkost. Zu Letztgenannter gehörte der First-Person-Shooter Battlefield 4 vom US-Publisher Electronic Arts (EA). Grafik, Gameplay, fast alles wurde eins zu eins vom Vorgänger-Spiel übernommen. Mit einer Ausnahme, und die macht das Spiel interessant – in Battlefield 4 wird der Spieler als US-Soldat gegen China in den Kampf ziehen. Und das könnte durchaus reale Auswirkungen haben.
Schon das Vorgänger-Spiel sorgte für diplomatischen Auftrieb. In Battlefield 3, das 2011 erschien und weltweit über 15 Millionen Mal verkauft wurde, musste der Iran erobert werden. Die politische Führung des Landes belegte das Spiel mit einem Verkaufsverbot und kündigte „Gegen-Spiele“ an. Iranische Videospieler protestierten in Briefen an EA. Und die iranische Nachrichtenagentur FARS-News spricht seit der Veröffentlichung von Battlefield 3 von einem „open war of media“ des Westens gegen die islamische Republik. EA hat bis heute nicht Stellung zu den Vorwürfen genommen.

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Protest und Gegenprotest in Hamm

Für „Deutsche Interessen“ marschierten am vergangenen Samstag rund 150 Neonazis durch die westfälische Stadt Hamm. Dabei versuchten die Rechtsextremisten mehrfach von ihrer Demonstrations-Route abzuweichen und behinderten Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit. Zeitgleich fanden – wie auf dem Foto zu sehen ist – antifaschistische Gegenproteste statt.

Fotos vom bunten und lautstarken Protest der Antifaschistinnen und Antifaschisten gibt es hier. Und Fotos vom Demonstrationszug der Neonazis hier.

Bad Salzuflen und Telgte

Am Donnerstag und kommenden Montag geht’s für mich nach Ostwestfalen bzw. in die „Heimat“ um Vorträge über Bundeswehr-Werbung zu halten und darüber zu diskutieren. Konkret:

18. Juli 2013 / 19Uhr / Vortrag und Diskussion „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr“ / Gelbe Schule (Martin Luther-Straße 2), Bad Salzuflen / Website der Veranstalter

22. Juli 2013 / 19Uhr / Vortrag und Diskussion „Soldaten im Klassenzimmer – Die Bundeswehr an Schulen“ / Gaststätte „Tante Lina“ (Kapellenstraße 1), Telgte / Website der Veranstalter

Über viele Besucherinnen und Besucher bei den Veranstaltungen würde ich mich sehr freuen!

Games’n’Politics – Folge 15 – Frauen-Fußball in Videospielen (1)

Warum gibt es in Fußball-Videospielen wie denen der Fifa- oder der Fußball-Manager-Reihe von „Electronic Arts“ (EA) eigentlich keinen Frauen-Fußball?

Passend zur Frauen-Fußball Europameisterschaft in Schweden habe ich diese Frage Ralf Anheier, Pressesprecher von EA-Deutschland, im neuesten „Games‘n'Politics“-Video gestellt.

Hier geht’s zum Video!