Realistische Feinde

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) vom 18. Juli 2013

Diplomatische Verwicklungen vs. plausible Geschichten: Nachdem in „Battlefield 3″ der Iran erobert wurde, wird in „Battlefield 4“ gegen China gekämpft

Die Videospiel-Messe Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles Mitte Juni ist eine wichtiger Branchentreffpunkt. In diesem Jahr fiel die Bilanz mau aus: Es gab einige Überraschungen, viele Enttäuschungen und noch mehr Standardkost. Zu Letztgenannter gehörte der First-Person-Shooter Battlefield 4 vom US-Publisher Electronic Arts (EA). Grafik, Gameplay, fast alles wurde eins zu eins vom Vorgänger-Spiel übernommen. Mit einer Ausnahme, und die macht das Spiel interessant – in Battlefield 4 wird der Spieler als US-Soldat gegen China in den Kampf ziehen. Und das könnte durchaus reale Auswirkungen haben.
Schon das Vorgänger-Spiel sorgte für diplomatischen Auftrieb. In Battlefield 3, das 2011 erschien und weltweit über 15 Millionen Mal verkauft wurde, musste der Iran erobert werden. Die politische Führung des Landes belegte das Spiel mit einem Verkaufsverbot und kündigte „Gegen-Spiele“ an. Iranische Videospieler protestierten in Briefen an EA. Und die iranische Nachrichtenagentur FARS-News spricht seit der Veröffentlichung von Battlefield 3 von einem „open war of media“ des Westens gegen die islamische Republik. EA hat bis heute nicht Stellung zu den Vorwürfen genommen.

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