Archiv für Oktober 2013

Die SWP im Krieg – Die „Stiftung Wissenschaft und Politik“ und der Syrien-Konflikt

erschienen als „IMI-Studie 2013/10″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)

Seit dem Frühjahr 2011 tobt in Syrien ein erbitterter Bürgerkrieg, in dem Aufständische gegen die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad kämpfen. Laut den Vereinten Nationen fielen dem Krieg bereits über 100.000 Menschen zum Opfer. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Das Land ist zunehmend zerstört und ein Ende der Auseinandersetzung scheint trotz des jüngsten Übereinkommens zur Zerstörung der syrischen Chemiewaffen in weiter Ferne.
International findet der Konflikt – gerade nach dem Einsatz von Chemiewaffen im Sommer 2013 – immer mehr Beachtung, nicht zuletzt deshalb, weil viele Staaten und zahlreiche Akteure in dem Bürgerkrieg unterschiedlichste eigene Interessen durchzusetzen versuchen. Diese Arbeit beschäftigt sich daher ausschließlich mit der Rolle Deutschlands in dem Bürgerkrieg und im Speziellen mit der Position der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ (SWP), die als Trägerin des „Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit“ eine wichtige beratende Funktion für die Bundesregierung einnimmt. Die in der Gesellschaft durchaus anerkannte Stiftung ist zudem Ansprechpartnerin für zahlreiche Medien und nimmt dadurch Einfluss auf die öffentliche Debatte. So ist gerade im Fall des syrischen Bürgerkriegs eine große Präsenz von Vertreterinnen und Vertretern der SWP als Interview-Partner in Nachrichten-Sendungen oder als Verfasser von Gastbeiträgen in Print-Medien zu beobachten. Im Fokus dieser Arbeit steht die Frage, ob die „Stiftung Wissenschaft und Politik“ eine militärische Lösung des Syrien-Kriegs präferiert und wie die Berliner Politikberater bei einem westlichen Militärschlag zu einer – in der Öffentlichkeit umstrittenen – militärischen Beteiligung Deutschlands stehen.

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Spielsalon Kassel: „Videospiele sind Kulturgut“

erschienen in der medium (www.medium.asta-kassel.de), Zeitschrift der Studierendenschaft der Universität Kassel, Ausgabe Oktober/November 2013

Studenten der Klassen Trickfilm und Neue Medien und Informatiker sind im Organisationsteam des Spielsalons Kassel aktiv. Ebenfalls dazu gehört Stephan Hanf , mit dem wir ein Interview geführt haben.

Ende November findet im „Fridericianum“ und im „Dock 4“ zum zweiten Mal der „Spielsalon“ der Kunsthochschule Kassel, der Universität Kassel und der „Hessischen Film- und Medienakademie“, statt. Was ist das?

Der Spielsalon besteht aus einer Ausstellung, in der Videospiele in einem künstlerischen Kontext vorgestellt werden. Normalerweise hängen im Museum Bilder an der Wand, bei uns sind es Monitore, auf denen man Videospiele spielen kann. Allerdings sind die gezeigten Videospiele besondere Spiele, weil sie etwas anders machen als konventionelle Videospiele – es sind Autorenspiele, die oft tiefgehende Geschichten oder auch politische Inhalte vermitteln und dabei nicht auf ihre kommerzielle Verwertbarkeit bedacht sind. Daneben werden auch selber Videospiel-Entwickler da sein, mit denen man diskutieren kann. Es wird Vorträge, Partys und einen „Game-Jam“ geben, bei dem in einem Workshop über die fünf Festival-Tage ein Spiel programmiert werden soll. Für Studierende ist das Festival kostenlos.

Du sagtest Autorenspiele – hat denn nicht jedes Videospiel einen Autor?

Es geht darum, dass die Autoren etwas mit ihren Spielen ausdrücken wollen. Im Spielsalon zeigen wir Spiele, deren Inhalte man vielleicht erstmal gar nicht in Videospielen vermuten würde. Eines der Spiele das wir ausstellen werden ist beispielsweise „Papers Please“. Darin schlüpft der Spieler in die virtuelle Haut eines Grenzbeamter eines fiktiven, kommunistischen Landes. Dabei muss er aufpassen, dass niemand mit gefälschtem Pass oder gegen die aktuellen Einreisebestimmungen ins Land kommt, andererseits muss der Grenzbeamte seine Familie ernähren – da könnte die Annahme von Bestechungsgeld hilfreich sein. Viele solcher moralischen Fragen tauchen in dem Spiel auf – und von solchen, tiefsinnigen Indie-Spielen gibt es immer mehr.
Früher brauchte man 100 Menschen zur Programmierung eines Spiels, heute klappt es auch mit einem kleinen Team oder sogar ganz alleine. Auch der Vertrieb von Spielen ist mithilfe des Internets viel einfacher geworden. Ich beobachte da einen Kreislauf: die ersten Videospiele wurden auch nur von einzelnen Autoren entwickelt, dann kam die Zeit der großen Publisher, die es auch heute noch gibt. Aber es gibt halt auch wieder vermehrt Spiele einzelner, unabhängiger Personen.

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medium-Ausgabe Oktober/November 2013

Vor einigen Wochen habe ich die neueste Ausgabe der medium, der Zeitschrift der Studierendenschaft der Uni Kassel, gelayoutet. Jetzt gibt’s die Ausgabe auch online. Schwerpunkt ist die Hilfe für die neuen Erstsemester-Studierenden. Außerdem gibt es Artikel über die Barrierefreiheit an der Uni, Umweltverschmutzung durch Plastikmüll und zu vielen weiteren spannenden Themen.

Die medium-Ausgabe für Oktober/November 2013 gibt es hier als PDF:

me­di­um Nr. 3 Oktober/November 2013 – High qua­li­ty (PDF, 18MB)
me­di­um Nr. 3 Oktober/November 2013 – Low qua­li­ty (PDF, 4MB)

Games’n’Politics – Folge 23 – Ein Plädoyer für die Folter-Szene in GTA V

Was unterscheidet die aktuell viel diskutierte Folter-Szene im Videospiel „Grand Theft Auto V“ von der in anderen Spielen?

Das und warum ich die Folter-Szene in „GTA V“ sehr gelungen finde, erkläre ich im neueste „Games‘n'Politics“-Video!

Hier geht’s zum Video!

Games’n’Politics – Folge 22 – Schöne heile Bauern Welt

Man mag es kaum glauben aber auch der „Landwirtschafts-Simulator 2013″ von Giants-Software vermittelt politische Botschaften.

Warum das Spiel nur die positiven Seiten der Landwirtschaft zeigt und Themen wie Massentierhaltung, Bodenverschmutzung und Gen-Technik (noch) ausblendet, klärt ein Gespräch mit Thomas Frey von der Entwicklerfirma.

Hier geht’s zum Video!

Menschenrechte in Kriegs-Shootern: Wir brauchen einen Skandal

Artikel aus der WASD Nr. 3 erschienen als Gastbeitrag auf Spiegel Online am 6. Oktober 2013

Ein schwarzer Bildschirm, man hört nur Stimmen und Geräusche: „Warum hast du das gemacht? Woher war die Bombe?“, fragt jemand energisch und mit kräftiger Stimme. Schmerzverzerrt antwortet jemand: „Ich war’s nicht.“ Faustschläge sind zu hören. „Wer sonst?“, fragt die Person noch mal, bevor wieder Schläge zu hören sind. „Ich war’s nicht“, beteuert der Geschlagene abermals. „Wer!? Ich will einen Namen! Einen Namen! Ich will seinen Namen!“
Das Bild der Szene blendet auf: Ein Soldat mit Vollbart steht vor einem an einen Stuhl gefesselten, arabisch aussehenden Mann und schlägt ihm immer wieder ins Gesicht. Ein Mobiltelefon klingelt – das des Gefesselten. Der Soldat geht ran, sagt nichts. Man hört undeutlich die Stimme des Anrufers. Der Soldat wendet sich von seinem übel zugerichteten Gefangenen ab, geht ein paar Schritte, lässt das Handy fallen, dreht sich um, zieht seine Pistole und schießt dem Gefangenen in den Kopf.

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