Menschenrechte in Kriegs-Shootern: Wir brauchen einen Skandal

Artikel aus der WASD Nr. 3 erschienen als Gastbeitrag auf Spiegel Online am 6. Oktober 2013

Ein schwarzer Bildschirm, man hört nur Stimmen und Geräusche: „Warum hast du das gemacht? Woher war die Bombe?“, fragt jemand energisch und mit kräftiger Stimme. Schmerzverzerrt antwortet jemand: „Ich war’s nicht.“ Faustschläge sind zu hören. „Wer sonst?“, fragt die Person noch mal, bevor wieder Schläge zu hören sind. „Ich war’s nicht“, beteuert der Geschlagene abermals. „Wer!? Ich will einen Namen! Einen Namen! Ich will seinen Namen!“
Das Bild der Szene blendet auf: Ein Soldat mit Vollbart steht vor einem an einen Stuhl gefesselten, arabisch aussehenden Mann und schlägt ihm immer wieder ins Gesicht. Ein Mobiltelefon klingelt – das des Gefesselten. Der Soldat geht ran, sagt nichts. Man hört undeutlich die Stimme des Anrufers. Der Soldat wendet sich von seinem übel zugerichteten Gefangenen ab, geht ein paar Schritte, lässt das Handy fallen, dreht sich um, zieht seine Pistole und schießt dem Gefangenen in den Kopf.

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