Ein Verfassungsschutz-Mitarbeiter als Nazi-Helfer?

erschienen in der medium (www.medium.asta-kassel.de), Zeitschrift der Studierendenschaft der Universität Kassel, Ausgabe Dezember 2013/Januar 2014

Am 6. April 2006 wird der 21-jährige Halit Yozgat von zwei schallgedämpften Pistolenschüssen getroffen und sackt hinter dem Tresen eines Internetcafés in der Holländischen Straße 82 in Kassel nur gut 500 Meter von der Universität entfernt zusammen. Ein Kunde des Cafés im Hinterzimmer steht auf und verlässt das Gebäude – hätte er den sterbenden Halit Yozgat nicht bemerken müssen?

Im Prozess gegen den Beate Zschäpe von der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) gibt es viele Ungereimtheiten. Eine der Größten dreht sich um den Mord an Halit Yozgat, der schließlich in den Armen seins Vaters Ismail verblutete. Der Kunde im Internetcafé, der Yozgat schwerverletzt liege ließ war Andreas Temme aus Hofgeismar. Dort ist Temme auch unter dem Spitznamen „Klein Adolf“ bekannt. Kurz vor dem Mord an Yozgat soll Temme mit einem Bekannten telefoniert habe, der in der kasseler Neonazi-Szene aktiv war und zum Unterstützerkreis des NSU gehörte. Hat Temme seinen Bekannten angerufen und ihm Bescheid gesagt, dass die NSU-Mörder losschlagen können, da Yozgat im Café gerade allein bei der Arbeit sei?

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