Neues Buch: Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie

208 Seiten, 332 Fußnoten und insgesamt rund 430.000 Zeichen: mein neues Buch „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie“ ist gerade beim PapyRossa-Verlag erschienen! Kürzlich habe ich es schon auf der „Leipziger Buchmesse“ vorgestellt, jetzt befindet es sich auch endlich in der Auslieferung.

Passend zum Titel geht es in dem Buch um Militär-Videospiele. Im ersten Teil wird in das Thema eingeführt, um auch nicht-Gamerinnen und Gamern einen Eindruck von der Videospiel-Industrie und heutigen Spiel-Mechaniken zu vermitteln. Anschließend werden die Geschichten zahlreicher aktueller Militär-Videospiele vorgestellt und analysiert – viele Spiele vermitteln heute brisante politische Inhalte etwa über den „Krieg gegen den Terror“ und verbreiten dabei (westliche) Feindbilder. Der dritte Teil des Buches befasst sich mit den Verbindungen der Videospielbranche zur Rüstungsindustrie und dem realen Militär: mittlerweile gibt es fest etablierte Kooperationen zwischen den Akteuren und einige Videospiel-Hersteller sind sogar selbst in der Rüstungsbranche tätig. Das vierte und damit letzte große Kapitel des Buches handelt von „Alternativen“-Spielen, die sich kritisch mit Militär, Krieg und Gewalt auseinandersetzten.

„Das virtuelle Schlachtfeld“-Buch ist das zusammenfassende Ergebnis meiner jahrelangen Recherchen zum Thema der Militär-Videospiele, die ich zwischendurch auch immer wieder in Artikeln, Studien und Videos veröffentlicht habe. Im Buch werden Videospiele als Kulturgut behandelt und über die audio-visuellen Darstellungsformen hinaus inhaltlich besprochen. Es soll einen Teil zur Debatte um Videospiele beitragen. Und auch wenn „Das virtuelle Schlachtfeld“ schon sehr viele Aspekte rund um Militär-Videospiele behandelt, kann es nur ein Schritt dahin sein, dass Videospiele in der Öffentlichkeit und der Wissenschaft allgemein ernster genommen und differenzierter analysiert werden. So wäre in Zukunft etwa eine ausführliche Kritik des deutschen Jugendmedienschutzes in Betracht auf virtuelle Militär-Spiele wünschenswert – da es bei diesem Punkt unterschiedliche Ansichten zwischen dem Verlag und mir gab, wurde er im Buch ausgeklammert.
Das Cover des Buches ist ein Standbild eines Bord-Kamera-Videos eines AH-64 „Apache“-Kampfhubschraubers der US-Army. Genauer zeigt das Bild den Tod von Zivilsten im Irak. Das auf dem Bild zu sehende Opfer ist der „Reuters“-Angestellte Saeed Chmagh, der den US-Hubschrauber-Angriff am 12. Juli 2007 nicht überlebte, wie hier im vollständigen „Collateral Murder“-Video von Wikileaks zu sehen ist: aus rechtlichen Gründen konnten leider keine Screenshots oder sonstige Bilder aus Videospielen im Buch verwendet werden.

Wie nah heutige Militär-Videospiele aber solch realen Kriegs-Szenen sind, habe ich schon vor einigen Monaten hier in einem Video auf meinem kleinen YouTube-Zweit-Kanal gezeigt: dort habe ich die Tonaufnahme aus dem Wikileaks-Video mit Szenen aus dem Videospiel „Call of Duty 4 – Modern Warfare“ kombiniert – die Kombination von realem Militär-Einsatz und der fiktiven Darstellung eines Einsatzes im Videospiel passt erschreckend gut zusammen. Ein Grund mehr sich mit dem Thema auseinanderzusetzen!
Für Rezensionsexemplare und sonstige Anfragen stehe ich – wie immer – gern zur Verfügung: meine Kontakt-Daten finden sich hier, ich bin aber auch sehr gut über soziale Netzwerke (siehe rechter Frame) zu erreichen.

Auf jeden Fall allen Leserinnen und Lesern viel Spaß!

Michi