Archiv für April 2014

Die glückliche Rüstungslobby

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) vom 24. April 2014

- Die Grünen wollen über Waffenexporte informiert werden, bevor die Bundesregierung eine Entscheidung fällt. Diese Forderung ist gut, geht aber nicht weit genug -

Für die deutsche Rüstungsindustrie sind es angeblich schwere Zeiten. Die Politik hat der Bundeswehr einen Sparkurs verordnet, der wichtigste Auftraggeber fällt als Wachstumsmotor aus. Waffenlieferungen ins Ausland werden dadurch wichtiger – doch nun könnte auch dort die Politik das Geschäft verhageln. Die SPD will mehr Transparenz bei Rüstungsexporten, die Grünen klagen sogar vorm Bundesverfassungsgericht. Alles ganz schlimm für die Waffenschmieden dieser Republik? In Wirklichkeit gehen die Vorschläge nicht weit genug. Und die Union verteilt weiterhin millionenschwere Geschenke an die Rüstungsindustrie.
In Karlsruhe klagen drei Grünen-Abgeordnete für mehr Transparenz. Einer von ihnen ist Hans-Christian Ströbele. Er sagt: „Uns reicht es nicht, dass wir erst von Rüstungsexporten informiert werden, wenn diese bereits beschlossen sind.“ Der Bundestag und die Öffentlichkeit sollen von geplanten Geschäften erfahren, bevor der aus Regierungsmitgliedern bestehende Bundessicherheitsrat eine Entscheidung fällt. Der Anlass für die Klage war der geplante Export deutscher „Leopard“-Kampfpanzer nach Saudi-Arabien. Das Geschäft wurde im Jahr 2012 bekannt, nach Protesten soll es abgesagt worden sein.
Inzwischen ist die SPD an die Regierung gekommen und ihre Forderung nach mehr Transparenz hat sie – zumindest rhetorisch – beibehalten. Als Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel vor wenigen Tagen in der Bundespressekonferenz gefragt wurde, sprach er sich „spontan“ dafür aus, dem Parlament auch Voranfragen zu Rüstungsexporten zugänglich zu machen.

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Games’n’Politics – Folge 34 – Atomkrieg (1) in Strategie-Spielen: 521.818 Tote in London

Die Atombomben-Abwürfe über Hiroshima und Nagasaki in Japan haben 1945 gezeigt wie grausam Atomwaffen sind. Auch in aktuellen Strategie-Videospiele kommen die Waffen vor – doch werden sie dort auch so grausam dargestellt wie sie in der Realität sind?

Dieser Frage bin ich im neuesten „Games and Politics“-Video nachgegangen!

Hier geht’s zum Video!

Zu Gast bei „Insert Moin“

Daniel Raumer vom Superlevel-Podcast Insert Moin hat mich zu meinem neuen Buch „Das virtuelle Schlachtfeld“ interviewt. Das Gespräch – mit vielen kritischen Nachfragen und kontroversen Meinungen – gibt es hier zum nachhören!

Fotos vom Ostermarsch in Kassel 2014

Im nordhessischen Kassel gingen im April 2014 rund 450 Menschen beim traditionellen Ostermarsch für Frieden auf die Straße.

Themen waren die Krise in der Ukraine, deutsche Rüstungsexporte und Kampf-Drohnen. Fotos vom Ostermarsch gibt es hier auf meinem flickr-Account.

Pößneck

Morgen geht’s für einen Vortrag (+ Diskussion) über Bundeswehr-Werbung an Schulen (und darüber hinaus) nach Thüringen:

22. April 2014 / 17.30Uhr / „Die Eroberung der Schulen – Wie die Bundeswehr an Bildungsstätten wirbt“, Vor­trag und Dis­kus­si­on /Café Dittmann (Poststraße 1), Pößneck

Erste Rezension: 5 von 5 Sternen!

Der Kulturwissenschaftler Christian Huberts hat die erste Rezension meines gerade erschienenen Buchs „Das virtuelle Schlachtfeld“ veröffentlicht – er hat fünf von fünf möglichen Sternen vergeben! In der ausführlichen Buchbesprechung sind aber auch einige kritische Anmerkungen zum Lektorat und der teilweise zu ausführlichen Beschreibung von Spielen – aber:

„Dennoch ist das Buch eine sehr empfehlenswerte Bestandsaufnahme virtueller Schlachtfelder, die in dieser Form bislang einzigartig ist!“

Die vollständige Buchbesprechung gibt es hier. Nice!

Eine weitere „Soldaten im Klassenzimmer“-Rezension

Zwar ist gerade mein neues Buch über Militär-Videospiele erschienen, doch auch mein 2012 veröffentlichtes Buch „Soldaten im Klassenzimmer“ über Bundeswehr-Werbung in Schulen findet noch Aufmerksamkeit. Ismail Küpeli hat es gerade rezensiert und meint:

„Die Publikation ist lesenswert, nicht zuletzt weil der Autor auf Alarmismus weitgehend verzichtet. Stattdessen wird beschrieben, dass die Bundeswehr nicht durchgehend erfolgreich ist und so etwa die gewünschte Zahl der RekrutInnen nach wie vor nicht erreicht wird – trotz der zahlreichen Versuche dies zu ändern. Erfrischend ist die Kritik gegenüber den antimilitaristischen und friedenspolitischen Organisationen, die ihre eigene Macht überschätzen und so etwa in einigen Fällen als Gegenpart zur Bundeswehr in den Schulen agieren möchten. Des Weiteren werden durch fünf Interviews andere Perspektiven und Ansätze angedeutet und den LeserInnen zugänglich gemacht. Die Publikation ist sehr eingängig geschrieben und auch für Nicht-ExpertInnen gut verständlich.“

Negative Kritik hat Küpeli aber auch. Die gibt es hier in der vollständigen Rezension auf kritisch-lesen.de zu lesen.