Archiv für Juni 2014

WDR-Interview und neue Rezension

Und schon wieder gibt es Neuigkeiten rund um mein Buch: am Montag war ich beim WDR in Köln zu einem Live-Interview über Militär-Videospiele eingeladen. Das Gespräch kann hier nachgehört werden.
Außerdem ist auf der Website des Computermagazins „Chip“ eine Rezension über „Das virtuelle Schlachtfeld“ erschienen. Rezensent Jan Hoppe schreibt:

„Zusammenfassend kann ich sagen, dass das virtuelle Schlachtfeld speziell im deutschschprachigen Raum eine wichtige Veröffentlichung ist. Die zunehmenden Anknüpfungen zwischen Spielen und dem militärisch-industriellen Komplex sind erschreckend und verdienen unbedingt mehr Aufmerksamkeit. Schulze von Glaßer ist es gelungen, hierfür einen äußerst lesenswerten Beitrag zu leisten, welcher für Spieler ebenso wie für Nichtspieler ein Augenöffner sein dürfte.“

Hoppe bewertet das Buch mit fünf von fünf „C“ – die vollständige Rezension samt Bewertung ist hier zu lesen. Ich freue mich, dass das Buch so gut ankommt und das Thema der „Militär-Videospiele“ langsam auch von größeren Medien wahrgenommen wird!

medium-Ausgabe Juni/Juli 2014

Diesmal war die Produktion der neuen Ausgabe der medium besser! Neben Artikeln über Kulturangebote in Kassel wird in dieser Ausgabe ein interessanter Blick hinter die Kulissen der Mensa geworfen.

Außerdem gibt es Artikel über das Tierheim „Wau Mau Insel“, die Proteste gegen Homophobie in Kassel und vieles Weiteres. Es lohnt sich also einen Blick in die neue Ausgabe der Zeitschrift der Studierendenschaft der Universität Kassel zu werfen!

me­di­um Nr. 7 Juni/Juli 2014 – High qua­li­ty (PDF, 24MB)
me­di­um Nr. 7 Juni/Juli 2014 – Low qua­li­ty (PDF, 3MB)

Games’n’Politics – Folge 39 – Lizenzen in Spielen: Wen finanzieren Gamer noch?

In virtuellen Fußball-Spielen sorgen lizensierte Spieler, Vereine und Ligen mit original Namen für mehr Immersion, in Auto-Spielen hindern Lizensierungen hingegen beim „eintauchen“ in die Spiele und bei Militär-Shootern führen Lizensierungen sogar dazu, dass Spieler die Waffenindustrie mitfinanzieren.

Zu dem Thema habe ich kürzlich bereits einen Artikel veröffentlicht, nun gibt es auch ein „Games and Politics“-Video dazu!

Hier geht’s zum Video!

Wie Waffenhersteller von Games profitieren

Artikel aus der WASD Nr. 5 erschienen als Gastbeitrag auf Zeit Online am 16. Juni 2014

Videospielfirmen kaufen Lizenzen von Waffenproduzenten, um deren Produkte abbilden zu dürfen. Spieler müssen davon ausgehen, dass sie die Rüstungsindustrie unterstützen.

Deutschland gegen England. Im „Burg-Stadion“ peitscht das Publikum die Mannschaften nach vorne. Oliver Huber schlägt den Ball weit ab in Richtung des Mittelfeldroutiniers Lothar Maletz. Maletz bringt das Spielgerät unter Kontrolle und spielt dann seine ganze Erfahrung aus: Kurze Körpertäuschung und er ist vorbei an seinem Gegenspieler. Präzisionspass zu Oliver Bilkos, der an der linken Ecke des Strafraums lauert. Bilkos nimmt den Ball an, zwei Schritte und dann – bam! – jagt er das Leder humorlos in den Giebel. Kalt wie eine Hundeschnauze, dieser Bilkos! Torwart David Siyanen kann dem Ball nur hinterherschauen. England null, Deutschland eins.
Bilkos dreht jubelnd ab, doch irgendwas hält mich davon ab, mitzujubeln. Irgendwie kann ich nicht richtig ins Spiel eintauchen, mein Kopf ist voll beschäftigt mit Übersetzungsarbeit: Torschütze Bilkos ist eigentlich Oliver Bierhoff, Oliver Huber ist eigentlich Oliver Kahn, Lothar Maletz ist eigentlich Lothar Matthäus und David Siyanen ist eigentlich der englische Fliegenfänger David Seaman. Ganz schön kompliziert. Schuld daran: fehlende Lizenzen für Spieler, Vereine, Ligen und Stadien bei Pro Evolution Soccer des japanischen Herstellers Konami.

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Zwei weitere Buch-Rezensionen

Thomas Mickan von der Informationsstelle Militarisierung e.V. hat mein Buch gelesen und dazu eine Rezension verfasst – u.a. schreibt er:

„Es gelingt dem Autor mit dem Buch im deutschsprachigen Raum, mindestens aber in der Friedensbewegung ein wichtiges und neues Thema zu besetzen und sowohl für Computerspiel-Laien und auch erfahrene Gamer ein wichtiges Kapitel im Widerstand gegen Krieg und Militär in den analytischen Fokus zu rücken.“

Eine weitere Rezension findet sich in der Monatszeitung „Graswurzelrevolution“ – siehe hier. Auch wenn das Thema des „Virtuellen Schlachtfeld“-Buchs sicherlich sehr speziell ist, zieht es langsam seine Kreise – einzig die größeren Videospiel-Medien haben das Thema bislang leider noch nicht aufgegriffen.

Games’n’Politics – Folge 38 – WatchDogs Story-Review: Überwachung und Sexismus

Das neue Open-World-Spiel „WatchDogs“ von „UbiSoft“ versetzt den Spieler in ein von einem Computernetzwerk gesteuertes Chicago der Gegenwart. Trotzdem wird „Überwachung“ im Spiel nicht grundsätzlich kritisiert. Zudem kommen weibliche Charakter im Spiel sehr schlecht weg – „WatchDogs“ ist sexistisch.

Dazu habe ich gerade ein neues „Games and Politics“-Video (quasi eine Story-Review) veröffentlicht – siehe hier. Außerdem habe ich den „Sexismus in WatchDogs“ auch in einem kurzen Artikel für die Videospiel-Website „VideoGamesTourism“ verarbeitet – siehe hier.

Offensive an der Heimatfront

erschienen auf der Website der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 2. Juni 2014

- Die Bundeswehr soll attraktiver werden. Dass der Armee die Fachkräfte fehlen, lässt sich aber mit Flachbildfernsehern nicht ändern. Das Problem sind die Auslandseinsätze -

Ursula von der Leyen ist momentan voller Tatendrang. Die Verteidigungsministerin will den Dienst in der Bundeswehr attraktiver machen: weniger Umzüge für die Soldaten, mehr Kindertagesstätten in Kasernen, Flachbildfernseher und Kühlschränke auf den Stuben. Dabei geht es bei der Rekrutierungsoffensive um eine viel größere Frage: Was für eine Sicherheitspolitik wollen wir?
Die Bundeswehr hat ein Problem. Ihr fehlen Soldaten. Besonders der Fachkräftemangel trifft die Armee hart. So fehlen der Bundeswehr beispielsweise Sanitätsoffiziere – trotz finanzieller Zulagen in den letzten Jahren sind 500 Stellen vakant. Der Soldaten-Mangel beruht nicht nur, aber vor allem auf den abschreckenden Auslandseinsätzen der Bundeswehr. So werden Bundeswehr-Mediziner aktuell besonders für die gefährliche Mission in Afghanistan benötigt – es gibt keine Patrouille ohne Sanitäter.

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Forscher in Camouflage

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) vom 28. Mai 2014

- Einige Hochschulen haben sich dazu verpflichtet, dass ihre Wissenschaft nur friedlichen Zwecken dient. Doch gegen diese Zivilklauseln wird immer wieder verstoßen -

Es schien eine harmlose Frage zu sein. Die Linken-Politikerin Nicole Gohlke wollte von der Bundesregierung wissen, welche Forschungsprojekte das Verteidigungsministerium in den letzten Jahren an öffentlichen Hochschulen durchgeführt hat. Eine Antwort darauf bekam sie aber nicht. Eine solche Auflistung sei „schutzwürdig“, da sie „detaillierte Rückschlüsse auf vorliegende Fähigkeitslücken in Bezug auf die Ausrüstung der Bundeswehr“ zuließe, erklärte die Regierung. Dadurch würden „sicherheitsempfindliche Belange“ der deutschen Armee berührt.
Die Informationsverweigerung der Bundesregierung verweist auf ein Grundproblem bei militärischen Projekten an Universitäten: In den allermeisten Fällen ist an den Hochschulen gar nicht öffentlich bekannt, ob dort Forschungsprojekte von Rüstungsindustrie oder Bundeswehr stattfinden. Und wo nichts bekannt ist, wird auch nicht darüber diskutiert.

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Zivilklauseln in Deutschland

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) vom 28. Mai 2014

Mehrere Hochschulen haben sich verpflichtet, keine Militärforschung zu betreiben. Doch an mindestens sieben Universitäten wird dagegen verstoßen. Was wird wo erforscht?

In Deutschland erklären immer mehr Universitäten und Hochschulen, auf militärische Forschungsprojekte zu verzichten. Manche Wissenschaftler halten sich aber nicht an diese Selbstverpflichtungen, oft sind die sogenannten Zivilklauseln auch unverbindlich formuliert. Dieser Text bietet eine Übersicht: An welchen Hochschulen gibt es Zivilklauseln? An welchen wird dagegen verstoßen? Und wo wird über die Einführung einer solchen Klausel diskutiert? Die Hochschulen sind alphabetisch nach dem Städtenamen geordnet.

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