Krachend gescheitert

erschienen als „IMI-Studie 2014/04″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)

- Demokratisierungsrhetorik und Besatzungsrealität in Afghanistan -

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist nicht vollkommen sicher, ob sich die westlichen Truppen Ende 2014 tatsächlich wie zuletzt angekündigt vollständig aus Afghanistan zurückziehen werden. Dennoch ist eine – wenn auch vorläufige – Bilanz des 13jährigen Krieges dringend erforderlich. Allein die bisherigen finanziellen und menschlichen Kosten des Einsatzes waren für den Westen enorm: So starben bislang über 3.500 westliche Soldaten in einem Krieg, für den die USA einschließlich des Haushaltsjahres 2014 insgesamt 707 Mrd. Dollar und Deutschland über 8. Mrd. Euro aufgewendet haben, wobei es sich hier nur um die direkten Kosten handelt, während die indirekten Ausgaben bei weitem höher liegen.
Ungleich fataler wirkt sich der Krieg allerdings auf Afghanistan und vor allem seine Bevölkerung aus. Doch glaubt man dem regelmäßig erscheinenden „Fortschrittsbericht Afghanistan“ der Bundesregierung, war es das alles „wert“. Obwohl es teils natürlich noch Verbesserungsspielraum gäbe, seien in allen relevanten Bereichen große Fortschritte erzielt worden, so auch der Tenor des jüngsten Berichts vom Januar 2014. In ihm werden vier „Hauptziele“ genannt, die es zu verwirklichen gelte: „(1) Herstellung von Sicherheit, (2) Stärkung demokratischer Strukturen, (3) Förderung von Wirtschaftswachstum und (4) Förderung von Rechtsstaatlichkeit sowie Stärkung von Menschenrechten, insbesondere Frauenrechten.“

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