Das siegende Klassenzimmer

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 10. Februar 2015

- Mehrere Bundesländer versuchen, gegen einseitige Armeewerbung an Schulen vorzugehen. Doch das ist nicht leicht. Und den Friedensgruppen fehlen die Leute und das Geld -

Endlich mal eine Erfolgsmeldung! Die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte vor wenigen Tagen, dass derzeit 11.000 junge Menschen freiwillig den Wehrdienst leisten – der höchste Stand seit Jahren. Viele Medien griffen die angebliche Jubelmeldung unhinterfragt auf. Dabei sind die Zahlen mäßig. Wenn man aus Erfahrungen weiß, dass viele Freiwillige schon nach wenigen Monaten wieder abbrechen, bleiben am Ende des Quartals wohl nur noch knapp 10.000. Diese Zahl liegt zwar leicht höher als im ersten Jahr des freiwilligen Wehrdienstes, doch den optimalen Nachwuchsbedarf beziffert die Bundeswehr auf 15.000 Soldaten.
Seit junge, deutsche Männer nicht mehr zwangsweise eingezogen werden, versucht das Militär, über andere Wege an Nachwuchs zu gelangen. Von der Leyen will die Bundeswehr attraktiver machen, zudem wird die Werbung an Schulen verstärkt – aber nun kommt ihnen die Politik in die Quere. Auf Druck von Friedensinitiativen wollen mehrere Bundesländer die Armeewerbung an Schulen einschränken oder ganz verhindern. Zudem sollen auch Vertreter von Friedensgruppen eingeladen werden. Doch wer sich die Regeln genauer ansieht, stellt fest: Die Bundeswehr kann die Vorgaben umgehen. Und sie ist gegenüber der Friedensbewegung deutlich im Vorteil beim Kampf an der Heimatfront.

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