Spur der Falken

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 5. März 2015

Videospiele – Vor 30 Jahren indizierte der Jugendmedienschutz grobe Pixel. Heute ignoriert er seinen eigenen Staatsvertrag

Aus einem Text der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS): „Das Videospiel ‚River Raid‘ ist kriegsverherrlichend und -verharmlosend. [… Der Spieler soll] sich in die Rolle eines kompromisslosen Kämpfers und Vernichters hineindenken […]. Hier findet im Kindesalter eine paramilitärische Ausbildung statt […]. Bei älteren Jugendlichen führt das Bespielen […] zu physischer Verkrampfung, Ärger, Aggressivität, Fahrigkeit im Denken […] und Kopfschmerzen.“
Das war ein Teil der Begründung, mit der er am 19. Dezember 1984 das zwei Jahre zuvor durch den US-Hersteller Activision veröffentlichte Spiel River Raid indiziert wurde. Die Behörde muss eine lebendige Fantasie gehabt haben: In dem Spiel für den Atari 2600 musste man mit einem aus nicht mal 30 Pixeln bestehenden Kampfjet feindliche Militärfahrzeuge abschießen, als die die Bildpunktflächen gerade so zu identifizieren waren.

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