Archiv für Mai 2015

Mit der Zahnbürste gegen Atomwaffen

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 29. Mai 2015

- Gewaltfreier Widerstand am Fliegerhorst in Büchel soll auch nach Blockade weitergehen -

Am Freitag endet mit der Aktion »Büchel 65« eine Blockade des einzigen Atomwaffen-Stützpunktes in Deutschland – weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit.

Politische Aktionen ist man am »Fliegerhorst Büchel« in Rheinland-Pfalz gewohnt. Seit knapp 30 Jahren kämpfen linke Aktivisten gegen die dort stationierten US-Atomwaffen. Die nun erstmals stattgefundene mehrwöchige Blockade des Stützpunktes dürfte die Militärs aber doch vor eine Herausforderung gestellt haben: Immer wieder wurden Zufahrten von Atomwaffengegner versperrt, wodurch Soldaten nicht mehr pünktlich zum Dienst kamen. Sogar die Übungsflüge der in Büchel stationierten Bundeswehr-»Tornados« sollen verspätet stattgefunden haben. Das zumindest berichtet Katja Tempel. Sie hat die seit dem 26. März laufende Aktion »Büchel 65« mitorganisiert. »Die Resonanz war besser als erwartet«, zieht die Aktivistin zum Schluss Bilanz.

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Ziemlich beste Waffenbrüder

erschienen auf der Website der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 16. Mai 2015

- G36-Skandal: Einige Beamte aus dem Verteidigungsministerium wollten kritische Journalisten bespitzeln lassen. Hat Ursula von der Leyen ihren Apparat unter Kontrolle? -

Die Wehrpolitik kommt nicht zur Ruhe. Nach den schweren Vorwürfen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gegen den Waffenhersteller „Heckler & Koch“, dessen G36-Gewehre unpräzise schießen, geraten sie und ihr Ministerium nun selber in Erklärungsnot.
Dass die Fehlerhaftigkeit der Waffen vom Verteidigungsministerium jahrelang gedeckt wurde, war bekannt – wie sehr sich einige Beamte für „Heckler & Koch“ einsetzten, übertrifft aber jede Vorstellung: Unter dem Titel „Gewehr G36 – Genese“ strebten einige Ministeriums-Angestellte 2013 eine verdeckte Aktion des Bundeswehr-Geheimdienstes MAD an, um die negative Berichterstattung über das Gewehr zu unterbinden. Ins Visier gerieten Journalisten, die kritisch über die „Heckler & Koche“-Waffe berichteten und ihre Informanten.

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Ein Leben hat die Taste

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 6. Mai 2015

Gaming – In Videospielen wird schnell und nahezu folgenlos gestorben. Nun gibt es eine Gegenbewegung: Permadeath

Tausend kurze Texte zum Thema Tod will die Verlegerin Christiane Frohmann sammeln, schreiben kann, wer will. Über das Internet informierte die Berlinerin über ihr Projekt mit dem Titel Tausend Tode schreiben. Bislang sind 246 Texte zusammengekommen, viele davon persönlich, andere eher wissenschaftlich. Medial wird der Tod fast ausschließlich in Büchern und Filmen betrachtet, was er für Videospiele bedeutet, thematisiert bislang ein einziger Text. Daraus leitet sich eine interessante Frage ab: Woran liegt es, dass Tod im Medium Videospiel scheinbar keine Rolle spielt?

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Den Schuss nicht gehört

erschienen in der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 6. Mai 2015

G36-Skandal – Das Rüstungsunternehmen Heckler & Koch hat ein Problem mit seinen Gewehren – aber nicht nur das. Steht die Firma vor der Pleite?

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat es in den vergangenen Tagen bereits durchblicken lassen, jetzt ist es offiziell: Das G36-Gewehr wird von der Bundeswehr als nur bedingt einsatztauglich angesehen. In warmer Umgebung und bei vermehrter Schussabgabe trifft das Standard-Sturmgewehr der deutschen Armee unpräzise. Für den Hersteller Heckler & Koch sind die Vorwürfe eine Katastrophe, sie könnten gar zur Pleite führen. Doch das G36 ist nicht das einzige Problem des Unternehmens. Möglicherweise hat Heckler & Koch illegal Waffen nach Mexiko exportiert, nun droht ein Gerichtsverfahren. Die Bundesregierung soll dem Unternehmen bereits den Export in weitere Länder verboten haben, aktuell stapeln sich die Waffen in der Fabrik.

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