Operation Öffentlichkeit

erschienen auf der Website der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 15. Oktober 2015

- Brandon Bryant hat enthüllt, dass Deutschland für den tödlichen Drohnenkrieg der USA eine wichtige Basis ist -

In einem Wüstengebiet im US-Bundesstaat Nevada sitzt Brandon Bryant in einem kleinen Container. Computer surren, der Raum wird nur von dem Licht der Monitore erhellt. Die Bilder darauf zeigen eine karge, braune Landschaft. Einige Personen, die an einem Lehmhaus stehen, sind zu sehen. Bryant schaltet auf Infrarotsicht. Nun sind die Menschen nur noch weiße Silhouetten. Mit seinem Joystick richtet er einen Laser auf die ihm unbekannten Personen. Ein Mann hinter Bryant gibt einen Countdown „Drei– Zwei–Eins– Rakete starten“. Der junge Soldat hält weiter auf sein Ziel. Nach wenigen Sekunden blitzt es im Monitor hell auf – eine Explosion. Die Menschen, die gerade noch zu sehen waren, sind verschwunden. Airman First Class Brandon Bryant hat in seinen fünf Jahren als Sensor-Operator einer „MQ-1B Predator“-Drohne Hunderte solcher Einsätze geflogen. Als er die US-Air Force 2011 verließ, bekam er ein Zertifikat, auf dem seine Erfolge aufgelistet waren: 6.000 Flugstunden – und 1.626 im Kampf getötete Feinde.

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