Spionagewerkzeug Games: Wie Spieler durchleuchtet werden

Artikel aus der WASD Nr. 8 erschienen als Gastbeitrag beim Standard am 2. Dezember 2015

- Mit Online-Plattformen wie Steam, PSN und XBL lassen sich sensible Informationen über die Nutzer sammeln -

Die US-Millionenmetropole Chicago in der nahen Zukunft: eine blitzblankpolierte Law-and-Order-Stadt. Kein Verkehrschaos, kaum Verbrechen – aber auch null Privatsphäre. Selbst die Wohnzimmer der Einwohner werden vom Staat überwacht, genau wie die Campingplätze, Hinterhöfe, Strände und sogar der Friedhof. Im Open-World-Spiel „Watch Dogs“ stelle ich mich dieser Orwell’schen Totalüberwachung in den Weg, zum Beispiel indem ich Spionagesysteme hacke. Manchmal gehe ich allerdings auch etwas robuster vor, ziehe das Maschinengewehr und räume ein bisschen auf unter den Lakaien der Big-Brother-Schergen.
Doch plötzlich ploppt in der rechten oberen Ecke meines Bildschirms ein kleines schwarzes Rechteck auf: „Aktion beendet – Fataler Fokus +30U“, steht da. Das „U“ steht für Uplay und ist der Name der Internet-Vertriebsplattform des französischen Software-Unternehmens Ubisoft. Irritation statt Immersion – und schon bin raus aus dem dystopischen Chicago.

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