Aufrüsten beim Personal

erschienen auf der Website der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 24. Mai 2016

Erstmals seit 25 Jahren soll die Bundeswehr mehr Soldaten bekommen. Etwa für mehr Auslandseinsätze?

Klein, aber effizient: Diesen Kurs hat die Politik ein Vierteljahrhundert der Bundeswehr vorgegeben. Doch jetzt will die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht nur mehr Geld für das Militär, sondern auch mehr Leute. Die Bundeswehr soll wieder wachsen. Die Trendwende ist gefährlich: Auslandseinsätze werden dadurch weiter zunehmen – und das, obwohl die Bevölkerung mehrheitlich dagegen ist.
Bislang wurde bei der Bundeswehr Personal abgebaut, auch wenn die Bundesregierung nicht gerade durch Pazifismus aufgefallen ist. Es erschien schlicht zweckmäßig. Die Armee für die Massenschlacht gegen den Ostblock wurde zu einer schnell verlegbaren, schlagkräftigen Armee im Einsatz transformiert. Die schweren Kampfpanzer wurden eingemottet, dafür kleine Radpanzer angeschafft, die mit Flugzeugen transportiert werden können. Von einer halben Million Soldaten am Ende des Kalten Kriegs sind momentan noch knapp 180.000 Soldaten übrig. Die Wehrpflicht, eines der letzten Relikte der „alten Bundeswehr“, wurde im Jahr 2011 ausgesetzt. Die jungen Rekruten durften sowieso nicht ohne Weiteres im Ausland eingesetzt werden, ihre Ausbildung bündelte nur unnötig Kräfte, die für Einsätze gebraucht werden.

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