Eigentlich wollte die neofaschistische NPD am 1. Mai 2013 eine Kundgebung am frankfurter Ostbahnhof durchführen. Hunderte Gegen-DemonstrantInnen hinderten die Neonazis aber bereits an der Anreise zum Kundgebungsort.

An verschiedenen Stellen – u.a. auch auf den Bahngleisen – in der Stadt gab es antifaschistische Demonstrationen und Sitzblockaden. Die vollkommen überforderte Polizei griff hart – und teilweise auch sehr brutal – durch. Zu meinen Fotos von den Aktionen geht’s hier.
erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitschrift der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe Mai/Juni 2013
Dr. Peter Strutynski lehrt seit 1977 Politikwissenschaft – vor allem in den Bereichen Arbeits- und Friedenspolitik sowie Internationale Beziehungen – in Kassel und ist seit 1981 in der Friedensbewegung aktiv. Er organisiert den seit 1994 jährlich an der Universität Kassel stattfindenden „Friedensratschlag“ (Infos unter: www.ag-friedensforschung.de).
Wenn Studierende an die Friedensbewegung denken, haben sie – so nehme ich an – oft das Bild von älteren Leuten der 68er-Ära im Kopf, die immer noch einem heute als weltfremd erscheinenden, internationalen Pazifismus anhängen. Ein falsches Bild?
Ich würde diesem Bild nicht grundsätzlich wiedersprechen. Und die in die Jahre gekommene Friedensbewegung empfindet es selbst zunehmend als Problem. Als ich 1967 in München mein Studium begonnen habe, wäre mir nie in den Sinn gekommen mich in der Friedensbewegung zu engagieren. Schon damals bestand die Friedensbewegung eher aus älteren Leuten und erschien mir nicht sehr attraktiv. Aber das war nur der erste Eindruck. Die Friedensbewegung, die dann in den 1980er-Jahren nach dem NATO-Doppelbeschluss, der die Stationierung von Atomwaffen auf deutschem Boden vorsah, ihren großen Aufschwung genommen hat, war zwar eine jüngere Bewegung als heute, aber auch nicht gerade eine Jugendbewegung. Jugendliche und Studierende engagieren sich eher sporadisch aus einem konkreten Anlass, zu bestimmten Events oder Aktionen. Sie sind weniger bereit zu kontinuierlicher Arbeit in „traditionellen“ Organisationen – noch dazu wenn diese in dem Geruch stehen ein wenig angestaubt oder old fashioned zu sein. Man muss auch sehen, dass jede Bewegung ein Auf und Ab hat; das macht ja gerade ihren Bewegungscharakter aus. Die große Friedensbewegung der 1980er-Jahre ist entstanden, nachdem die Bewegung im Jahrzehnt davor auch nur von relativ wenigen Aktivisten am Leben gehalten wurde. In der jüngeren Vergangenheit war es beispielsweise der Golf-Krieg 2003, der wieder Massen gegen Krieg mobilisiert hat.
weiterlesen (PDF, Seite 22)
erschienen in der Graswurzelrevolution (GWR) 378 / April 2013 und auf www.graswurzel.net
Peter Grottian ist Hochschullehrer für Politikwissenschaft an der FU Berlin. Er ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von attac. Seine im folgenden Interview vertretenen Positionen weichen insofern vom Selbstverständnis der Graswurzelrevolution ab, als sie den Staat affirmativ zum Adressaten politischer Forderungen machen. Zugleich aber zielt Grottian darauf ab, die zahmen Attac-Aktionen zuzuspitzen und mit radikaler Kritik an Herrschaftsstrukturen zu verbinden. Deshalb wollen wir diese Positionen zur Diskussion stellen und freuen uns über Bezug nehmende Beiträge. (GWR-Red.)
GWR: In den Medien wird täglich über die Wirtschafts- und Finanzkrise berichtet. Mit attac gibt es eine in Deutschland bereits im Jahr 2000 gegründete Organisation, die sich mit den Themen der Krise kritisch auseinandersetzt. Was macht attac aktuell?
Peter Grottian: Wir bereiten uns gerade auf die nächsten „Blockupy“-Proteste vor, die Ende Mai und Anfang Juni in Frankfurt/M. stattfinden sollen – da soll es eine Umzingelung des Bankenviertels geben. Bei der Organisation ist attac neben Gewerkschaften und anderen linken Gruppen einer der Hauptakteure. Daneben gibt es aktuell seitens attac auch eine Bankenwechsel-Kampagne und es sind Proteste im Rahmen der Aktionärsversammlung der Deutschen Bank geplant.
GWR: Meinem Eindruck nach hört man von attac momentan nur wenig in der Öffentlichkeit. Täusche ich mich da?
Peter Grottian: Das ist zum Teil sicher eine richtige Beobachtung – hängt aber auch davon ab, dass attac von den politischen Vorhaben pluralistisch organisiert und breit aufgestellt ist. Heute gibt es zum einen die Vorbereitung der „Blockupy“-Proteste, die viele Ressourcen bündelt, und die Kampagne „Umfairteilen“, in der die Frage nach einem Reichtums-Armuts-Ausgleich gestellt wird. Bei „Umfairteilen“ arbeiten wir auch viel mit Kirchen zusammen, organisieren Protestaktionen und auch einen Kongress. attac ist Teil vieler solcher Bündnisse und tritt daher eben auch nicht immer mit eigenem Namen groß in der Öffentlichkeit in Erscheinung.
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Anfang April 2013 demonstrierten im nordhessischen Kassel hunderte Menschen gegen die Anschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr und auch allgemein gegen Krieg und Gewalt.

Meine Fotos vom Ostermarsch gibt es hier zu sehen.
erschienen als „IMI-Studie 2013/01″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)
Die Story – Der Hintergrund – Die Produktion – Die Vermarktung
Am 6. November 2003 erschien in Deutschland der erste Teil des First-Person-Shooter-Videospiels „Call of Duty“ – und wurde zum Fundament für eine der erfolgreichsten Videospiel-Reihen, die es bisher gibt. Mittlerweile umfasst die „Call of Duty“-Reihe neun Haupttitel. Insgesamt sollen bis Mitte November 2011 über 100 Millionen Exemplare der verschiedenen Titel verkauft worden sein.[1] Im März 2012 konnten für den damals aktuellen Serien-Teil – „Call of Duty – Modern Warfare 3“ – 40 Millionen aktive Spieler gemessen werden.[2]

Im Laufe der Zeit wurden Grafik und Sound dem aktuellen Stand der Technik angepasst und auch das Szenario änderte sich: wurde der Spieler der ersten „Call of Duty“-Teile noch in den Zweiten Weltkrieg versetzt, kämpfte er in späteren Teilen im Kalten Krieg und in fiktiven Kriegen der nahen Zukunft – so ist es auch im neusten Teil der Erfolgs- Serie: „Call of Duty – Black Ops 2“. Das am 13. November 2012 veröffentlichte Spiel brachte seinem Hersteller – US-Publisher „Activision“ und dem US-Entwicklerstudio „Treyarch“ – innerhalb von 24-Stunden nach Verkaufsstart einen Umsatz in Höhe von 500 Millionen US-Dollar – Analysten gehen von 6,5 bis 7,2 Millionen verkauften Exemplaren des Spiels aus.[3] 15 Tage nach Verkaufsstart überschritt der Umsatz des Spiels bereits die 1-Milliarde-US-Dollar Marke.[4] Wie schon seine Vorgänger wird „Black Ops 2“ wohl wieder alle bisherigen Rekorde bei Videospiel-Verkäufen und Umsätzen brechen.
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erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitung der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe Januar 2013
Prof. Dr. Fabian Virchow ist Leiter des Forschungsschwerpunktes Rechtsextremismus/Neonazismus an der FH-Düsseldorf und hat im vergangenen November im Rahmen der Ringvorlesung „Neonazis und rechtsextreme Einstellungen“ an der Uni Kassel über „Rechtsterrorismus“ referiert.
Am 4. November 2011 brannte in Eisenach ein Wohnmobil: darin fanden sich die Leichen der Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Kurz darauf explodierte in Zwickau ein Haus, in dem bis dahin die beiden Neonazis und Beate Zschäpe lebten – die rechtsextreme Terrorzelle „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) wurde aufgedeckt. Auf ihr Konto gehen zwei Bombenanschläge und zehn Menschen – fast alle mit Migrationshintergrund – wurden von den Neonazis erschossen. Unter den Mordopfern befindet sich auch Halit Yozgat, der am 6. April 2006 in seinem Internetcafé an der Holländischen-Straße, nur einige hundert Meter von der Uni entfernt, erschossen wurde. Wie steht es über ein Jahr nach der Enttarnung des NSU um die Aufklärung der Terror-Attacken?
Im engeren Sinne wissen wir bisher über die Durchführung der Morde nicht viel; hier werden möglicherweise die Strafprozesse gegen Beate Zschäpe und Unterstützer_innen des Trios etwas mehr Klarheit bringen. Die Untersuchungsausschüsse in den Bundesländern Sachsen, Bayern und Thüringen sowie der des Bundestages haben sich ja vor allem mit der Frage befasst, wie zu erklären ist, dass diese Mordserie so lange unaufgeklärt bleiben konnte. Das Aufklärungsinteresse im Bundestagsuntersuchungsausschuss scheint mir durch die Fraktionen hinweg recht hoch; in den Ländern ist das parteipolitisch sicherlich unterschiedlich zu bewerten. Die als Zeugen geladenen Personen aus dem Sicherheitsapparat geben häufig ein klägliches Bild ab: ihnen fehlt zum Teil das Verständnis für das Ausmaß des Versagens, zum Teil können oder wollen sie sich nicht erinnern; auch kommt es vor, dass ihre Aussagen kurz darauf durch weitere Informationen widerlegt werden. Aufklärung im Sinne eines vertieften Einblicks in die z.T. dilettantische, z.T. demokratie-beschädigende Arbeit insbesondere der Strukturen des Inlandsgeheimdienstes ‚Verfassungsschutz’ – denken Sie beispielsweise an die staatliche Subventionierung der Neonazis durch die Bezahlung der zahlreichen V-Leute – hat vor allem über die herbeigezogenen Akten und deren akribische Analyse durch Ausschussangehörige und Medien stattgefunden. In diesem Licht sind auch die immer wieder bekannt gewordenen Aktenvernichtungen und die Versuche, diese zu vertuschen, zu werten.
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erschienen in der „WASD“ (www.wasd-magazin.de) Ausgabe 2
Da haben sich zwei gefunden: die Kooperation zwischen der Videospielbranche und der Rüstungsindustrie wird enger. Das zahlt sich für beide aus.
Presse- und Fachbesuchertag der Gamescom 2012 in Köln. Ich bin mit meiner Kamera unterwegs, um Fotos von den teils aufwändigen Messeständen der neuesten Videospiele zu machen: Activison hat wie im vergangenen Jahr einen großen Klotz mit einfachem Schriftzug für den neuesten Teil der CALL OF DUTY-Serie die Messehalle gepackt, die Fassade des Electronic Arts-Stands von MEDAL OF HONOR WARFIGHTER zieren überlebensgroße Bilder von Elitesoldaten und der deutsche Videospielhersteller Crytek wirbt mit dem Model eines CH-47 „Chinook“-Hubschraubers für seinen neuen Multiplayer-Shooter WARFACE. In dem begehbaren Hubschrauber kann man eine vorläufige Version des Spiels testen. Am Eingang, der hinteren Laderampe des CH-47-Models, steht eine Gruppe junger Männer erwartungsfroh an. Einige tragen schwarze Polohemden. Die Aufschrift darauf macht mich stutzig: „Sagittarius – Thales small arms trainer“. Mitarbeiter eines französischen Rüstungsunternehmens auf der weltweit größten Messe für Videospiele?
weiterlesen (Seite 42)
erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitung der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe Dezember 2012
Bundesweit setzen sich studentische Initiativen für militärfreie Forschung und Lehre ein.
Krieg beginnt vor der eigenen Haustür. Kassel ist einer der größten Rüstungsstandorte Deutschlands – hier werden Panzer und militärische Radfahrzeuge hergestellt, die beispielsweise im Afghanistan-Krieg zum Einsatz kommen (siehe medium² vom November, Seite 10). Doch wer Militärgerät möchte, muss es erst mal aufwendig entwickeln: daher drängen Rüstungsunternehmen immer öfters an Universitäten, um über Dritt-Mittel-Projekte eigene Forschungsinteressen zu verfolgen.
So war etwa das Institut für Angewandte Festkörperphysik in Freiburg an der Entwicklung des neuen Bundeswehr Transportflugzeugs Airbus A400M beteiligt. Die Universität Stuttgart unterhält seit April 2009 ein Partnerschaftsabkommen mit dem Unternehmen Eurocopter, einer Tochter des großen europäischen Rüstungskonzerns EADS. Die Studierenden und Dozenten sollen neue Rotorblätter und Hubschrauberstrukturen entwickeln, die auch für Kampfhubschrauber verwendet werden können. Auch das Verteidigungsministerium ist im Bereich der Militärforschung aktiv: rund eine Milliarde Euro investiert das Ministerium jährlich in Wehrforschung, militärische Entwicklung und Erprobung. Etwa acht Millionen davon fließen direkt an Universitäten und 36 Millionen an andere öffentliche Forschungseinrichtungen. Auch an der Universität Kassel gab es schon militärische Forschungsprojekte.
weiterlesen (PDF, Seite 8 )
erschienen als „IMI-Studie 2012/15″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)
Die Story – Der Hintergrund – Die Produktion
Die „Medal of Honor“ – die „Ehrenmedaille“ – ist die höchste militärische Auszeichnung der US-Regierung. Sie wird vom US-Präsidenten im Namen des Kongresses an Mitglieder der US-Streitkräfte verliehen, die sich durch „auffallende Tapferkeit und Furchtlosigkeit bei Lebensgefahr weit über die Pflichterfüllung hinaus im Gefecht gegen einen Feind der Vereinigten Staaten“ ausgezeichnet haben.[1] „Medal of Honor“ ist aber auch der Titel einer seit 1999 produzierten, erfolgreichen Videospiel-Reihe. Die ersten neun Teile der First-Person-Shooter-Serie versetzten den Spieler als Soldat in den Zweiten Weltkrieg, beim 2010 erfolgten Neustart der Serie musste der Spieler im aktuellen Afghanistan-Krieg kämpfen und der am 25. Oktober 2012 in Deutschland veröffentlichte elfte und neueste Teil der Serie – „Medal of Honor – Warfighter“ – thematisiert den politisch brisanten weltweiten „Krieg gegen den Terror“ – dabei macht das Videospiel von US-Publisher „Electronic Arts“ (EA) und dem Entwickler-Studio „Danger Close“ seinem Titel alle Ehre.
Nach der „Call of Duty“-Videospiel-Serie des Publishers „Activision“ und der „Battlefield“-Serie von EA bildet „Medal of Honor“ aktuell die dritte große First-Person-Shooter-Serie, die Militärtechnik der heutigen Zeit darstellt und den Spieler in teilweise fiktive, aber an der Realität orientierte Szenarien schickt – dennoch liegen die Verkaufszahlen der „Medal of Honor“-Serie hinter denen der anderen großen Shooter-Reihen zurück – knapp zwei Wochen nach Verkaufsstart wurden weltweit rund 650.000 Exemplare für die Konsolen „Sony Playstation 3“ und „Microsoft Xbox 360“ verkauft, über die PC-Verkäufe gab es noch keine Angaben.[2] Zur Massenkultur gehört „Medal of Honor – Warfighter“ dennoch – er hat hunderttausende und auf absehbare Zeit sogar millionen von Spielerinnen und Spielern – und trägt so zur Verbreitung bestimmter politischer Aussagen bei. Dies ist gerade angesichts des Spiel-Szenarios interessant: „In Medal of Honor Warfighter schlüpfen Spieler in die Kampfstiefel der am besten ausgebildeten und fähigsten Soldaten, die es heute gibt, und erleben Missionen, die einen direkten Bezug zu Terrorakten in der realen Welt haben“, heißt es auf der deutschen Website des Shooters.[3] Und weiter: „Medal of Honor geht über die Grenzen Afghanistans hinaus, in das globale Gefecht im Krieg gegen den Terror. Tier 1-Soldaten [höchstqualifizierte Soldaten, d. A.] aus der ganzen Welt kommen überall dort zum Einsatz, wo sie gebraucht werden.“[4] Der Spieler kann den von US-Präsidenten George W. Bush am 20. September 2001 vor dem Kongress ausgerufenen „Krieg gegen den Terror“ virtuell nachspielen. Dabei ist dieser globale Krieg gegen den Terrorismus als Antwort auf die Anschläge am 11. September 2001 in New York und Washington höchst umstritten, da er mit einem permanenten Ausnahmezustand, der Missachtung der Souveränität von Staaten und dem Bruch grundlegender Menschenrechte einhergeht. Im Rahmen dieses Krieges fielen die USA und ihre „Koalition der Willigen“ ohne UN-Mandat am 20. März 2003 in den Irak ein. Den Spielern von „Medal of Honor – Warfighter“ – das Spiel hat in Deutschland eine Altersfreigabe ab 18-Jahren – wird der „Krieg gegen den Terror“ dabei als zwingend notwendig und ausnahmslos positiv verkauft. Grund genug, näher ins Detail zu gehen und sich den First-Person-Shooter genauer anzusehen.
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erschienen in der medium² (www.medium.asta-kassel.de), Zeitung der Studierendenschaft Kassels, Ausgabe November 2012
- Ein Blick auf die Rüstungsindustrie in Kassel -
Dort, wo heute die Universität steht, wurde vor siebzig Jahren von der Firma „Henschel“ der Panzerkampfwagen VI „Tiger“ gebaut – der wichtigste Zulieferer war die als Waggonfabrik gegründete Kasseler Firma „Wegmann“, die die Türme für den „Tiger“ herstellte. Doch die Zeit des Zweiten Weltkriegs ist lang her. Aus dem „Tiger“ ist mittlerweile der „Leopard“ geworden, aus „Wegmann“ wurde „Krauss-Maffei Wegmann“. Panzer werden in Kassel also nach wie vor gebaut – ein Blick auf die aktuelle Kasseler Rüstungsindustrie.
Krauss-Maffei Wegmann
In den Top 100 der größten Rüstungsfirmen 2008 in Deutschland lag Krauss-Maffei Wegmann (KMW) auf Platz 3 und weltweit auf Platz 42. In die Schlagzeilen geriet das Unternehmen 2011 als bekannt wurde, dass es bis zu 800 Kampfpanzer vom Typ „Leopard 2“ nach Saudi-Arabien verkaufen wollte – der Plan die Panzer zu exportieren steht trotz heftiger Bedenken aus Gesellschaft und Opposition wegen massiver Menschenrechtsverstöße in dem arabischen Land noch immer. Auch das Emirat Katar beabsichtigt aktuell den Kauf des Kasseler Panzers, den es mittlerweile in einer Sonderausstattung für die Aufstandsbekämpfung samt Räumschild und autonomer Waffenstation gibt. Daneben produziert KMW noch die „Panzerhaubitze 2000“, den Spähwagen „Fennek“ und das Patrouillen-Fahrzeug „Dingo“, welche allesamt von der Bundeswehr im Afghanistan-Krieg eingesetzt werden. KMW baut seine Panzer in Kassel an den drei unweit der Uni gelegenen Standorten August-Bode-Straße 1, Wolfhagerstraße 32-40 sowie 69.
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