Archiv der Kategorie 'Foto'

»An Schulen und Hochschulen ansetzen«

erschienen in der Tageszeitung jungeWelt (www.jungewelt.de) am 26. Februar 2014

- Gegen Bundeswehr im Bildungswesen: Die Aktion »Lernen für den Frieden« hat 10000 Unterschriften. Ein Gespräch mit Roland Blach -

Roland Blach ist Landes­geschäftsführer der »Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner­Innen« (­DFG-VK) Baden-Württemberg. Er arbeitet mit in der Kampagne »Lernen für den Frieden«

Ihre Kampagne »Lernen für den Frieden« hat soeben die Marke von 10000 Unterstützerunterschriften überschritten. Was und wen wollen Sie mit dieser Aktion erreichen?

Im Kern geht es darum, eine öffentliche Debatte darüber in Gang zu setzen, welche Verantwortung Bildung und Wissenschaft zur Beseitigung von Krieg sowie zur Förderung ziviler Konfliktlösung zukommt. Die verschiedenen landesweiten Kampagnen wie »Schulfrei für die Bundeswehr« geben dafür wertvolle Impulse. Der Titel eines alten Faltblatts der Deutschen Friedensgesellschaft von 1982 bringt es auf den Punkt: »Kriege werden im Schulzimmer erzeugt, lange bevor sie im Schulzimmer besprochen werden.«
Wir müssen die Vorbereitung, Akzeptanz und Bagatellisierung von Kriegen entlarven. Genau deswegen ist es notwendig, in Schulen und Hochschulen anzusetzen. Dort müßten die Grundlagen für eine friedliche Entwicklung gelegt werden, mit Zivilklauseln und der Förderung der Friedensbildung. Die Unterschriftslisten dienen dazu, mit der Mehrheit der Bevölkerung, die sich gegen Krieg und Aufrüstung ausspricht, ins Gespräch zu kommen.

Welche Reaktionen gab es bisher bei der Unterschriftensammlung auf der Straße?

Unterschiedliche. Viele Bürger sind interessiert und werden mit der Kampagne erst auf das Problem der Militarisierung des Bildungswesens gestoßen – und die wird größtenteils abgelehnt. Unsicherheit besteht darüber, ob es für uns als Bevölkerung überhaupt möglich ist, an den Zuständen etwas zu ändern und zu einer friedlichen Welt beizutragen.

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Ein Verfassungsschutz-Mitarbeiter als Nazi-Helfer?

erschienen in der medium (www.medium.asta-kassel.de), Zeitschrift der Studierendenschaft der Universität Kassel, Ausgabe Dezember 2013/Januar 2014

Am 6. April 2006 wird der 21-jährige Halit Yozgat von zwei schallgedämpften Pistolenschüssen getroffen und sackt hinter dem Tresen eines Internetcafés in der Holländischen Straße 82 in Kassel nur gut 500 Meter von der Universität entfernt zusammen. Ein Kunde des Cafés im Hinterzimmer steht auf und verlässt das Gebäude – hätte er den sterbenden Halit Yozgat nicht bemerken müssen?

Im Prozess gegen den Beate Zschäpe von der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) gibt es viele Ungereimtheiten. Eine der Größten dreht sich um den Mord an Halit Yozgat, der schließlich in den Armen seins Vaters Ismail verblutete. Der Kunde im Internetcafé, der Yozgat schwerverletzt liege ließ war Andreas Temme aus Hofgeismar. Dort ist Temme auch unter dem Spitznamen „Klein Adolf“ bekannt. Kurz vor dem Mord an Yozgat soll Temme mit einem Bekannten telefoniert habe, der in der kasseler Neonazi-Szene aktiv war und zum Unterstützerkreis des NSU gehörte. Hat Temme seinen Bekannten angerufen und ihm Bescheid gesagt, dass die NSU-Mörder losschlagen können, da Yozgat im Café gerade allein bei der Arbeit sei?

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Westbevern Kalender 2014

Wie schon für das aktuelle Jahr habe ich auch für das Jahr 2014 einen Kalender mit Fotos, die ich rund um die Orte Westbevern und Vadrup aufgenommen habe, erstellt. Diesmal im Hochformat (DIN A3 | 29,7 × 42cm) und mit Platz für Notizen!

Den Kalender gibt es in Westbevern-Vadrup bei der Bäckerei Freitag und Getränke König und in Westbevern-Dorf bei der Bäckerei Ackermann für 10 Euro zu kaufen.
Die Monate April, Juli und Dezember 2014 gibt es hier als Beispiele zu sehen:

Westbevern Kalender 2014 – April (PDF, 1,5MB)

Westbevern Kalender 2014 – Juli (PDF, 2,6MB)

Westbevern Kalender 2014 – Dezember (PDF, 3,2MB)

Spielsalon Kassel: „Videospiele sind Kulturgut“

erschienen in der medium (www.medium.asta-kassel.de), Zeitschrift der Studierendenschaft der Universität Kassel, Ausgabe Oktober/November 2013

Studenten der Klassen Trickfilm und Neue Medien und Informatiker sind im Organisationsteam des Spielsalons Kassel aktiv. Ebenfalls dazu gehört Stephan Hanf , mit dem wir ein Interview geführt haben.

Ende November findet im „Fridericianum“ und im „Dock 4“ zum zweiten Mal der „Spielsalon“ der Kunsthochschule Kassel, der Universität Kassel und der „Hessischen Film- und Medienakademie“, statt. Was ist das?

Der Spielsalon besteht aus einer Ausstellung, in der Videospiele in einem künstlerischen Kontext vorgestellt werden. Normalerweise hängen im Museum Bilder an der Wand, bei uns sind es Monitore, auf denen man Videospiele spielen kann. Allerdings sind die gezeigten Videospiele besondere Spiele, weil sie etwas anders machen als konventionelle Videospiele – es sind Autorenspiele, die oft tiefgehende Geschichten oder auch politische Inhalte vermitteln und dabei nicht auf ihre kommerzielle Verwertbarkeit bedacht sind. Daneben werden auch selber Videospiel-Entwickler da sein, mit denen man diskutieren kann. Es wird Vorträge, Partys und einen „Game-Jam“ geben, bei dem in einem Workshop über die fünf Festival-Tage ein Spiel programmiert werden soll. Für Studierende ist das Festival kostenlos.

Du sagtest Autorenspiele – hat denn nicht jedes Videospiel einen Autor?

Es geht darum, dass die Autoren etwas mit ihren Spielen ausdrücken wollen. Im Spielsalon zeigen wir Spiele, deren Inhalte man vielleicht erstmal gar nicht in Videospielen vermuten würde. Eines der Spiele das wir ausstellen werden ist beispielsweise „Papers Please“. Darin schlüpft der Spieler in die virtuelle Haut eines Grenzbeamter eines fiktiven, kommunistischen Landes. Dabei muss er aufpassen, dass niemand mit gefälschtem Pass oder gegen die aktuellen Einreisebestimmungen ins Land kommt, andererseits muss der Grenzbeamte seine Familie ernähren – da könnte die Annahme von Bestechungsgeld hilfreich sein. Viele solcher moralischen Fragen tauchen in dem Spiel auf – und von solchen, tiefsinnigen Indie-Spielen gibt es immer mehr.
Früher brauchte man 100 Menschen zur Programmierung eines Spiels, heute klappt es auch mit einem kleinen Team oder sogar ganz alleine. Auch der Vertrieb von Spielen ist mithilfe des Internets viel einfacher geworden. Ich beobachte da einen Kreislauf: die ersten Videospiele wurden auch nur von einzelnen Autoren entwickelt, dann kam die Zeit der großen Publisher, die es auch heute noch gibt. Aber es gibt halt auch wieder vermehrt Spiele einzelner, unabhängiger Personen.

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Sitzblockade gegen Neonazis

Mit einer spontanen Sitzblockade reagierten Mitte September einige Antifaschistinnen und Antifaschisten auf eine geplante Kundgebung der rechtsextremen Partei NPD im norhessischen Kassel. Die Polizei griff hart durch und machte dem NPD-Lastwagen nach kurzer Zeit den Weg frei.

Insgesamt protestierten an dem Tag rund 400 Menschen gegen die Kundgebung der Neonazis. Sprechchöre und Vuvuzelas übertönten die rechtsextremen Redner. Meine Fotos vom Anti-Nazi-Protest gibt es hier auf meinem flickr-Account zu sehen.

Kundgebung gegen einen westlichen Militärschlag in Syrien

Gegen einen drohenende westlichen Militärschlag in Syrien versammelten sich Ende August rund 100 Menschen zu einer Protest-Kundgebung im nordhessischen Kassel.

Meine Fotos von der Aktion gibt es hier auf meinem flickr-Account.

Games’n’Politics – Folge 19 – gamescom 2013: Politisch unterwegs auf der Videospiel-Messe

Ich war einige Tage auf der nach eigenen Angaben größten Messe für interaktive Unterhaltungssoftware, der „gamescom“ in Köln unterwegs.

Meine Fotos von der Messe sind hier auf meinem flickr-Account zu sehen. Meine Eindrücke von der Videospiel-Messe schildere ich im neuesten „Games‘n'Politics“-Video.

Hier geht’s zum Video!

Buchbeiträge in „Sowing Seeds“

Im vergangenen Jahr habe ich etwas bei der Organisation der internationalen Konferenz „Countering the Militarisation of Youth“ der „War Resisters‘ International“ geholfen und auch einen Kurzvortrag und einen Workshop übernommen. Mit „Sowing Seeds – The Militarisation of Youth and How to Counter It“ ist aus der Konferenz in Darmstadt nun ein Sammelband entstanden.

Neben Interviews, die ich auf der Tagung mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den verschiedenen Ländern geführt habe und die in dem Buch auszugsweise zu lesen sind, habe ich auch noch zwei Artikel zum Buch beigetragen. Im ersten Artikel geht es um die Nachwuchswerbung und PR-Arbeit der Bundeswehr im öffentlichen Raum – hier Seite 35. Mein zweiter Buchbeitrag beschäftigt sich mit militärischen Videospielen – Seite 49. In einigen Monaten soll es auch eine deutsche Version des Buchs geben. Die englische Version kann hier bestellt werden, ist aber auch vollständig und kostenlos als PDF verfügbar:

„Sowing Seeds – The Militarisation of Youth and How to Counter It“ (PDF, 3,8 MB)

Gewaltfreier Protest gegen Krieg und Militär

In der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich Friedenaktivisten, die gegen das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) „Altmark“ der Bundeswehr protestiert haben, begleitet. Einen Bericht von der Aktion gibt es hier.

Einige Fotos, die ich während der Protest-Aktion auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes gemacht habe, sind hier auf meinem flickr-Account zu sehen.

Querflöte, Violine und Feldjäger

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 31. Juli 2013

- Gruppe »Lebenslaute« spielt gegen Gefechtsübungszentrum auf -

Eine Nachtwanderung über einen Truppenübungsplatz der Bundeswehr, die Flucht vor einem Helikopter, ein klassisches Konzert vor Feldjägern und Polizei sowie ein beschlagnahmtes Auto – ein persönlicher Bericht vom Aktionstag gegen das Gefechtsübungszentrum »Altmark« der Bundeswehr.

»Militärischer Sicherheitsbereich« ist auf dem Schild neben einer Schranke im Norden des Gefechtsübungszentrums (GÜZ) »Altmark« der Bundeswehr zu lesen. Unbefugten ist das Betreten des Geländes unter Strafe verboten. Hier wird Europas modernstes Trainingszentrum für Soldaten entstehen. Dann soll das Militär noch besser für Interventionen ausgebildet werden können. Es ist etwa 2 Uhr nachts als ich am vergangenen Samstag mit einer Gruppe Friedensaktivisten neben dem Schild am GÜZ stehe. Der Mond scheint hell durch die Bäume, es ist warm. Die Gruppe, mit der ich unterwegs bin, besteht aus elf Personen im Alter zwischen 20 und 75 Jahren. Sie wollen in dieser Nacht die ehemalige Ortschaft Salchau auf dem Gelände des GÜZ erreichen, um gegen die Einrichtung zu protestieren.

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