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Die Jugendzeitung utopia – Vergangenheit und Zukunft

112 Seiten im Berliner-Zeitungsformat, 21 Ausgaben, vier Jahre Jugendzeitung utopia von 2007 bis Ende 2011. Dann wurde das Projekt vorläufig eingestellt – nicht weil es keinen Erfolg hatte, sondern weil die Redaktion schlicht zu klein war und zu wenig Zeit für die ehrenamtliche utopia-Produktion hatte. Genügend engagierte Leute zu finden war aber nicht das einzige Problem der utopia – es gab viele Höhen und Tiefen.

Im Vortrag wird die Geschichte der gewaltfrei-anarchistischen Jugendzeitung utopia aus erster Hand nachgezeichnet – von der Gründung über die Arbeitsweise der Redaktion bis zum vorläufigen Ende der Zeitung. Anschließend kann über das Zeitungsprojekt diskutiert werden. Wenn sich genügend Interessierte finden soll auch über einen Neustart der Jugendzeitung nachgedacht werden – utopia², vielleicht wird es das schon kurz nach dem Graswurzelfest geben!

9. September 2012 / 10 Uhr / Vortrag und Diskussion über die libertäre Jugendzeitung utopia / Evangelische-Studierenden-Gemeinde (ESG) Münster (Breul 43), Clubraum 3 /Website der Veranstalter

utopia-Archiv

Von der Jugendzeitung utopia wird es erstmal keine neuen Ausgaben geben – das Projekt liegt auf Eis. Die Redaktion – von der ich ein Teil war – blickt auf 21 Ausgaben zurück. Damit diese auch für die Nachwelt erhalten bleiben habe ich alle utopia-Ausgaben (chronologisch von Nummer 1 bis 21) nochmal an dieser Stelle hochgeladen – einfach auf die Titelseite der jeweiligen Ausgabe klicken und das PDF öffnet sich – viel Spaß beim stöbern!











Bleibt tapfer! Wir sind weg…

- Dies ist die – vorläufig – letzte Ausgabe der utopia. Zum Abschied die kleine Geschichte der libertären Jugendzeitung -

Gerade hältst du die letzte Ausgabe der 2007 gegründeten Jugendzeitung utopia in den Händen. Eine von insgesamt etwa 2.076.400 utopia-Zeitungen [die Zahlen in diesem Text sind aktueller als die auf der utopia-Website], die im Laufe der Jahre gedruckt wurden. Nimmt man alle 21 Ausgaben zusammen, kommt man auf einen Gesamtauflage von etwa 391.300 Exemplaren. 112 unterschiedliche Seiten im „Berliner“ Zeitungsformat wurden von der utopia-Redaktion erstellt und in den Zeitungen abgedruckt. Nach der Statistik neugierig auf mehr Informationen über die utopia? Gerne!

„Kein Bock auf Bleiwüste? Kein Bock, jedes zweite Wort im Fremdwörterbuch nachschlagen zu müssen? Na gut, so schlimm ist die Graswurzelrevolution nicht…“, so begann im Frühjahr 2007 der in der libertären Monatszeitung Graswurzelrevolution (GWR) abgedruckte Aufruf zur Gründung einer neuen Jugendzeitung. Kurz darauf bekam das neue Zeitungsprojekt den Namen „utopia“. Mit der GWR waren wir von Anfang an fest verbunden. Am 22. Juli 2007 traf sich die Redaktion – damals drei Leute – erstmals, um die Jugendzeitung für eine gewaltfreie und herrschaftslose Gesellschaft zu basteln. Gleich bei dem Treffen in Münster wurde das noch in dieser Ausgabe zu sehende utopia-Logo entworfen. Außerdem wurde natürlich die erste Ausgabe geplant.

Die gedruckte Zeitung
Die erste Ausgabe der Zeitung erschien im September 2007 mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren – wie seitdem immer lagen rund 3.500 Zeitungen der vollen Auflage der GWR bei. Die restlichen Zeitungen gingen an Jugendzentren, SchülerInnenvertretungen, Infoläden, linke Gruppen und (Klamotten-) Versände, die die utopia auslegten bzw. ihren Bestellungen beilegten. Auch auf Demonstrationen wurde die Jugendzeitung verteilt. Die Resonanz war gut und die Auflage der zweiten Ausgabe kletterte schon auf 11.500 Stück. Scheinbar hatten wir sowohl inhaltlich als auch praktisch – die Jugendzeitung konnte kostenlos über die utopia-Website www.jugendzeitung.net bestellt werden – einen Nerv getroffen. Auch die Redaktion vergrößerte sich mit jeder Ausgabe – mehr als zehn Leute waren es aber nie. Die Auflage kletterte weiter bis auf 25.000 Exemplare. Auch die Erscheinungsweise änderte sich. Mit der dritten Ausgabe für Februar und März 2008 erschien die Zeitung nun alle zwei statt alle drei Monate. So ging es bis zur fünfzehnten Ausgabe weiter – dann kam die nächste große Änderung: die utopia wurde wieder eine Quartalszeitung, die Seitenzahl wurde dafür aber von bisher vier auf acht Seiten verdoppelt! So konnten wir Portokosten sparen und hatten im Jahresschnitt dennoch mehr Seiten zur Verfügung.

Das Online-Magazin
Damit konnte unser Schreibwille aber noch immer nicht gestillt werden. Neben der gedruckten Ausgabe wurde ein Online-Magazin aufgebaut. Die einfache weiß-pinke utopia-Website musste im April 2008 einer schicken weiß-blau-grauen mit integriertem Online-Magazin weichen. Mit einigen Ausnahmen schafften wir es, etwa alle drei Tage einen neuen Artikel auf die Seite zu stellen. Hinzu kam die gedruckte Ausgabe, die von Beginn an komplett online zu lesen war. Auch heute noch könnt ihr dort alle Artikel nachlesen. Anfang 2010 gab es dann eine weitere Umstellung der Website – nun ist sie violett und etwas moderner gestaltet. Auch twitter, MySpace, Facebook sowie Schüler- und StudiVZ blieben nicht vor uns sicher.

Die Krisen
Es gab aber auch Schattenseiten. Das Online-Magazin wurde im Januar 2010 eingestellt, da die Redaktion zu klein wurde und wir uns entschlossen, uns auf die gedruckte Zeitung zu konzentrieren. Als die utopia gerade drei Jahre alt wurde, traf uns (doch relativ unerwartet) ein Schock: durch hohe Druck- und vor allem Vertriebskosten hatten wir mit den letzten Ausgaben (Nummer 17 war gerade erschienen) ein dickes finanzielles Minus gemacht. Wie immer standen uns die Freund_innen der Graswurzelrevolution, die auch das Konto der utopia verwalteten und die Buchführung machten, hilfsbereit zur Seite. Sie trugen die Schulden mit – bei der utopia musste sich aber etwas ändern. Bisher konnte die Zeitung kostenlos abonniert werden. Die vierstelligen Druck- und Vertriebskosten konnten mit Anzeigen und Spenden aber nicht mehr gedeckt werden. Daher sollten die Abonnent_innen (mit Ausnahmen) nun zumindest die Vertriebskosten selbst zahlen. Unseren bisherigen Abo-Stamm gaben wir auf, weshalb die Auflage auf 14.000 bzw. 13.000 sank.

Mit der schwindenden Auflage sank bei vielen Redaktionsmitgliedern auch die Motivation. Einige verließen die Redaktion, andere hielten den Betrieb gerade so aufrecht. Zudem hatten und haben viele utopia-Redakteur_innen mittlerweile neue Projekte. Nur noch wenige Leute sind heute wirklich bei der utopia aktiv. Richtig arbeitsfähig waren wir in den letzten Monaten nicht mehr. Daher nun das Ende des Projekts.
Wir sind traurig und blicken wehmütig, aber auch zufrieden auf die 21 Ausgaben utopia zurück. Wir haben „utopia“ zwar nicht erreicht, doch mit den Zeitungen hoffentlich viele Menschen zum Nachdenken gebracht und ihnen so eine herrschaftslose und gewaltfreie Gesellschaft nahegebracht. Wir hatten dabei trotz einiger Hürden viel Spaß! Und wer sagt, dass es die utopia nicht irgendwann wieder geben wird? Reanimation möglich!

Die utopia Redaktion

Die utopia am Ende?

Bereits im vergangenen Dezember schrieb ich „utopia in Not!“. Zwar hat sich das Finanzierungsproblem mittlerweile gelöst, nach wie vor ist die Redaktion aber (zu) klein. Zudem haben alle „Stamm-RedakteurInnen“ mittlerweile auch andere Projekte, die viel Zeit in Anspruch nehmen. Was aus der utopia wird – ob es sie weiter geben wird –, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Hier nun erstmal die utopia 20. Das dieses Jubiläum nicht gefeiert wurde zeigt allein schon den Zustand der Zeitung….

utopia 20 (PDF)

Jetzt im Netz: utopia 19

Die neunzehnte Ausgabe der utopia ist schon seit rund einem Monat in gedruckter Form in Umlauf – nun ist die neue Ausgabe der libertären Jugendzeitung auch endlich auf der Website einzusehen. Schwerpunktthema ist (Post-)Kolonialismus. Außerdem gibt es Artikel zu deutschen Atom-Exporten, fairem Handel und einiges über Musik zu lesen. Viel Spaß!

utopia 19 (PDF)

utopia #18

Endlich wieder eine neue utopia! Schwerpunkt der Ausgabe ist Repression – Versammlungsgesetze und Polizeigewalt gefährden in Deutschland die Demonstrationsfreiheit. Außerdem gibt es spannende Artikel und Interviews zum Westsahara-Konflikt, zum deutschen Umgang mit Asylbewerbern und zu Ultra-Fankulturen im Fußball. Ich habe diesmal keinen Artikel zur Zeitung beigesteuert, dafür aber einige Fotos.
Mit der neuen utopia-Ausgabe hat sich einiges geändert. Wie hier bereits erwähnt gab es bei dem Jugendzeitungsprojekt einige Probleme. Nun ist die Auflage erstmal auf 13.000 geschrumpft (vorher 25.000). Die Zeitung ist weiterhin kostenlos, wer sie abonnieren will muss nun aber die Versandkosten tragen (bisher war das Abonnement vollkommen kostenfrei). Dafür ist die utopia finanziell erstmal auf einem grünen Zweig. Die neue Ausgabe ist durch Anzeigeneinnahmen und Spenden gegenfinanziert – die kommenden Ausgaben sind auch so gut wie finanziert. Es kann also weitergehen und es zeichnet sich auch schon wieder eine leichte Auflagensteigerung ab!
Und weitergehen wird es auch, denn auch das zweite Problem – zu wenig Leute in der Redaktion – haben wir in den Griff bekommen. Nun sind wir mehr utopistas! Trotzdem suchen wir weiterhin junge Menschen die Lust auf ein spannendes, selbstorganisierte Zeitungsprojekt haben!

utopia 18 (PDF)

utopia in Not!

Mit etwas Verzögerung ist vor einigen Wochen die 17. Ausgabe der libertären Jugendzeitung utopia erschienen. Für den Aufmacher-Artikel zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr konnten wir Jürgen Wagner von der Informationsstelle Militarisierung e.V. gewinnen. Außerdem finden sich in der Winter-Ausgabe der utopia weitere interessante Artikel zur anstehenden Volkszählung, zu Allmenden, zu den Aktivitäten von Neonazis an Schulen und jede Menge Interviews zu Musik und Politik – einfach mal reinschauen!

Karl-Theodor zu Guttenberg - Findus

Erstmals gibt es in der neuen Ausgabe auch einen Artikel über das Zeitungsprojekt selbst – denn es gibt Probleme. Daher werden wir bei der Finanzierung neue Wege gehen (müssen). Außerdem suchen wir dringend neue Leute die Lust und Zeit haben sich in das utopia-Projekt einzubringen. Am kommenden Wochenende laden wir zu einer Schreibwerkstatt mit anschließendem Redaktionstreffen ein – nähere Informationen gibt es hier!

utopia 17 (PDF)

Drei Jahre utopia!

Seit Anfang Juni verteilt und nun auch Online zu lesen: utopia nummer 16. Der Schwerpunkt der Ausgabe liegt auf Extremismustheorie – mit dem Extremismusvorwurf werden politische Gegner ohne Argumente und Debatte ins Abseits geschoben. Außerdem gibt es in der Ausgabe interessante Artikel zu Chile und Jamaika sowie zum Bildungsstreik und dem nun hoffentlich erstmal ruhenden Partypatriotismus.

utopia - Von kritischen Lesern empfohlen!

Die Jugendzeitung utopia feiert in diesem Monat übrigens ihr dreijähriges Bestehen – im Juli 2007 gab es das erste Redaktionstreffen! Es ist zwar nach wie vor dann und wann etwas chaotisch beim ehrenamtlichen erstellen der Zeitung, dennoch befindet sich die utopia auf einem guten Weg – die Auflage der Zeitung nimmt ebenso wie der Umfang und die Abonnentenzahl zu. Viel Spaß beim lesen!

utopia 16 (pdf)

Änderungen

Nachdem ich es – halb aus Zeitmangel halb aus Bequemlichkeit – nicht fertig gebracht habe einen kurzen Post zur Januar/Februar-Ausgabe (Nummer 14) der utopia zu schreiben hier also einige Neuigkeiten zum Projekt: aktuell gibt es derbe Software-Fehler und die früher so schöne utopia-Website sieht aktuell grauenhaft aus – hoffentlich klappt bald wieder alles. Aktuell bzw. bei der Produktion der letzten Ausgabe zeigte sich mal wieder, dass die Redaktion zu klein ist. Daher gibt es seit einigen Wochen einen Aufruf bei der utopia mitzuarbeiten: bitte melden! Das Online-Magazin wurde erstmal eingefroren.

Eine riesen Änderung ging mit der neuen Ausgabe (Nummer 15) einher. Der Erscheinungsrhythmus ist nun – wie bei den allerersten utopias – alle drei Monate (nicht mehr alle zwei). Dafür wurde die Seitenzahl von vier auf acht verdoppelt. So können wir Vertriebskosten sparen und haben im Endeffekt doch mehr Seiten im Jahr zur Verfügung. Die utopia wirkt jetzt auch mehr wie eine Zeitung ;-) Reinschauen und genießen!

utopia 14 (Januar/Februar 2010)

utopia 15 (März/April/Mai 2010)

Neuer Stoff zum lesen!

Die November/Dezember-Ausgabe der utopia kann nun auch endlich online gelesen werden. Beigesteuert habe ich diesmal nichts – noch nicht mal ein Bild. Dafür gibt es tolle Texte von zahlreichen AutorInnen: Findus hat neben seinen Zeichnungen sogar noch einen Artikel über die Ausbeutung bei Praktika beigesteuert! Daneben sind Religion und Nationalismus Themen der dreizehnten utopia-Ausgabe – am besten einfach mal reinlesen!

utopia 13 (PDF)