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Kleine Geschichte der Kriegsgegnerschaft

Eine kleine Geschichte der „Friedensbewegung und des Antimilitarismus in Deutschland von 1800 bis heute“ haben der Zeichner Findus und ich gerade im Unrast Verlag veröffentlicht. Behandelt werden darin sowohl historisch relevante Ereignisse (Widerstand gegen die Weltkriege, Antikolonialismus, Proteste gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands u.a.) als auch aktuelle Themen der Bewegung (Drohnen, Waffenexporte, Armee-Nachwuchswerbung u.a.).

Auch Kontroversen und unterschiedliche Standpunkte innerhalb der Friedensbewegung selbst werden in dem 80 Seiten umfassenden Sachcomic nicht verschwiegen. Das Cover des Comics gibt’s hier und einen genaueren Einblick ins Buch hier (PDF). Wir danken der Bertha-von-Suttner-Stiftung für die Unterstützung und wünschen viel Spaß beim Lesen und Gucken!

Köln und Stuttgart

Auch wenn mein YouTube-Kanal mangels Zeit leider aktuell ruht, beschäftige ich mich noch immer sehr mit den politischen- und gesellschafts-kulturellen-Aussagen von Videospielen – und halte dazu auch Vorträge:

19. August 2016 / 19 Uhr / „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und die Rüstungsindustrie“ Vortrag & Diskussion / Universität Köln, Hörsaal G (Universitätsstraße) / Website zur Veranstaltung

15. September 2016 / 16 Uhr / „Computerspiele – Kriegsspiele – Killerspiele?“ Vortrag & Diskussion / GEW-Landesgeschäftsstelle (Silcherstraße 7), Stuttgart / Website zur Veranstaltung

Waffenminister Gabriel

erschienen auf der Website der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 7. Juli 2016

Die Genehmigungen für Rüstungsausfuhren haben sich 2015 nahezu verdoppelt. Sigmar Gabriel schiebt die Schuld auf die Vorgängerregierung, doch das ist verlogen

Gerne inszeniert sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel als Kritiker von Rüstungsexporten. Doch die Fakten sprechen dagegen. 7,86 Milliarden Euro sind die Ausfuhrgenehmigungen wert, die 2015 erteilt wurden, im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Volumen damit nahezu verdoppelt. Der SPD-Minister wehrt sich gegen Kritik. Hinter dem Anstieg steckten vor allem Lieferzusagen der schwarz-gelben Vorgängerregierung. „Die kann ich leider nicht zurücknehmen.“ Dem Export von 62 Leopard-Kampfpanzern nach Katar beispielsweise hätte er selbst nie zugestimmt, versichert er. Tatsächlich wurde dieses Geschäft bereits 2013 von Schwarz-Gelb genehmigt. Doch machtlos ist Gabriel deswegen noch lange nicht.

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Aufrüsten beim Personal

erschienen auf der Website der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 24. Mai 2016

Erstmals seit 25 Jahren soll die Bundeswehr mehr Soldaten bekommen. Etwa für mehr Auslandseinsätze?

Klein, aber effizient: Diesen Kurs hat die Politik ein Vierteljahrhundert der Bundeswehr vorgegeben. Doch jetzt will die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht nur mehr Geld für das Militär, sondern auch mehr Leute. Die Bundeswehr soll wieder wachsen. Die Trendwende ist gefährlich: Auslandseinsätze werden dadurch weiter zunehmen – und das, obwohl die Bevölkerung mehrheitlich dagegen ist.
Bislang wurde bei der Bundeswehr Personal abgebaut, auch wenn die Bundesregierung nicht gerade durch Pazifismus aufgefallen ist. Es erschien schlicht zweckmäßig. Die Armee für die Massenschlacht gegen den Ostblock wurde zu einer schnell verlegbaren, schlagkräftigen Armee im Einsatz transformiert. Die schweren Kampfpanzer wurden eingemottet, dafür kleine Radpanzer angeschafft, die mit Flugzeugen transportiert werden können. Von einer halben Million Soldaten am Ende des Kalten Kriegs sind momentan noch knapp 180.000 Soldaten übrig. Die Wehrpflicht, eines der letzten Relikte der „alten Bundeswehr“, wurde im Jahr 2011 ausgesetzt. Die jungen Rekruten durften sowieso nicht ohne Weiteres im Ausland eingesetzt werden, ihre Ausbildung bündelte nur unnötig Kräfte, die für Einsätze gebraucht werden.

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Neubrandenburg und Greifswald

In den nächsten Tagen bin ich für zwei Vorträge über die politischen und gesellschafts-kulturellen Aussagen von Militär-Videospielen sowie die Verbindungen zwischen der Videospielbranche, der Rüstungsindustrie und dem Militär in Mecklenburg-Vorpommern:

3. Mai 2016 / 19 Uhr / „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und die Rüstungsindustrie“ Vortrag & Diskussion / Seestraße 12 (AJZ), Neubrandenburg / Website zur Veranstaltung

4. Mai 2016 / 20 Uhr / „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und die Rüstungsindustrie“ Vortrag & Diskussion / Lange Str. 14 (Jugendzentrum Klex) Greifswald / Facebook-Veranstaltung

Deconstructing StarWars in Halle

Das „StarWars-Fieber“ nimmt nicht ab, weshalb es unabdingbar ist sich auch kritisch mit den Inhalten des Franchise zu beschäftigen – z.B. Ende April bei einem Vortrag von mir in Halle:

29. April 2016 / 18 Uhr / „Deconstructing STAR WARS“ – Vortrag über die politischen und gesellschafts-kulturellen Aussagen der STAR WARS-Filme mit anschließender Diskussion / Kleine Ulrichstrasse 22 (Zazie Kino), Halle (Saale) / Facebook-Seite zur Veranstaltung

Neue Rezension meines Videospiel-Buchs

Der Journalist Jens Brehl hat mein 2014 veröffentlichtes Buch „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie“ rezensiert und schreibt:

„Autor Michael von Glaßner weiß, wovon er schreibt, denn sämtliche in seinem Buch besprochenen Videospiele hat er durchgespielt. […] Schulze von Glaßner gibt in ein in der Öffentlichkeit kaum diskutiertes Thema detaillierte Einblicke. Seit Jahrzehnten beherrscht die Killerspiel-Debatte den Diskurs. Erfrischend ist auch das Alter des Autors, der zum Jahrgang 1986 zählt. So nähert er sich der Thematik nicht aus dem akademischen Elfenbeinturm, sondern ist mit Computerspielen aufgewachsen und sammelt selbst weiterhin Spiel-Erfahrung.“

Sehr schön! Die vollständige Rezension ist hier zu lesen.

Buchbeitrag in „Krieg um die Köpfe“

Vor wenigen Wochen erschien der Sammelband „Krieg um die Köpfe – Der Diskurs der Verantwortungsübernahme – psychologische, sozialwissenschaftliche und medienkritische Betrachungen“.

Ich freue mich sehr in dem von Klaus-Jürgen Bruder, Christoph Bialluch und Jörg Hein herausgegebenen Buch mit einem Text über die „Attraktivitätsoffensive an der Heimatfront – Die Bundeswehr im Kampf um Herzen und Köpfe der Bevölkerung“ vertreten zu sein! Weitere Informationen gibt es hier!

Bilanz meines Journalismus 2015

Acht Jahre alt ist diese Website am 26. Dezember geworden! Und seit vielen Jahren (2010, 2011, 2012, 2013, 2014) ist der Geburtstag für mich Anlass, einmal Bilanz über meinen Journalismus zu ziehen. Was lief im Jahr 2015 gut? Was schlecht? Was war dazwischen? Und was wird die Zukunft bringen?
Zunächst aber – wie immer – ein paar Zahlen (die von 2014 und 2013 dahinter zur Vergleichbarkeit in Klammern): In diesem Jahr habe ich 22 Artikel (21; 24), eine lange Studie (2; 2), ein Interview (3; 11) und 17 Videos (25; 26) veröffentlicht. Diese Zahlen sagen dabei allerdings nichts über die Qualität und den Aufwand der Veröffentlichung aus: So war die eine Studie aus diesem Jahr (hier) mehr als doppelt so lang wie beide Studien des letzten Jahres zusammen. Zudem war die Recherche aufwendiger. Ebenso verhält es sich mit den Videos für meinen YouTube-Kanal „Games and Politics“: Es kommen weniger Videos, die Qualität ist dafür aber besser und ich arbeite vermehrt mit real gefilmten Szenen. Wie bereits im letzten Jahr an dieser Stelle prognostiziert, ist die Zahl meiner Vortrags- und Diskussions-Veranstaltungen 2015 stark zurückgegangen und lag bei nur 12 (30; 13). Da ich in diesem Jahr kein Buch veröffentlicht habe und Vortragsanfragen davon – scheinbar – sehr abhängen, war das aber abzusehen.
Doch nun im Detail: Hier meine journalistischen Tops und Flops – und was dazwischen lag – im Jahr 2015!

Tops
Auch wenn die Zahl der Veranstaltungen stark gesunken ist, so waren die Vorträge in Bamberg, Göttingen, Ingolstadt, Kassel, Leipzig, Mannheim und Tübingen – in einigen Städten habe ich mehrere Veranstaltungen gehabt – sehr schön und die Diskussionen spannend! Gerade die mit rund einhundert Leuten sehr gut besuchte „Deconstructing StarWars“-Veranstaltung (Video davon siehe hier) hat mir sehr viel Spaß gemacht und war wegen ihrer theatralischen Inszenierung für mich mal etwas Neues. Überhaupt finde ich die Verbindung popkultureller Themen mit der Frage nach den politischen Aussagen sehr interessant – vielleicht sollte ich sowas in Zukunft bei mehr Medien machen?
Auch mit der Qualität vieler Texte war ich in diesem Jahr sehr zufrieden. Hervorheben möchte ich den Artikel über den wachsenden Videospielmarkt China und die Veränderungen, die dies bringen könnte (hier), den Text über die Probleme des heutigen Jugendmedienschutz (hier) und den über Zivilklauseln in der Industrie (hier) – gerade zu letzterem Thema gibt es bislang kaum Veröffentlichungen, so dass die Recherche nicht einfach war. Gefreut habe ich mich auch über die Veröffentlichung meines WASD-Texts über die Überwachung von Videospielerinnen und Spielern beim österreichischen „Standard“ (hier). Und mit meiner Studie über die „Verbindungen zwischen der Videospielbranche, dem Militär und der Rüstungsindustrie“ (hier) ist bei der „Informationsstelle Militarisierung“ der bisher umfassendste, frei zugängliche Text im deutschsprachigen Raum zu dem Thema erschienen. Als letztes möchte ich noch meinen – nicht ganz ernst gemeinten – kurzen Text über die „Rekrutierungsstrategie des ‚Galaktischen Imperiums‘“ im „StarWars“-Universum hervorheben (hier): Bei allen „seriösen“ Veröffentlichungen muss auch mal für etwas lockere Themen Zeit und Platz sein.
Unter „Tops“ fällt für 2015 mein in neuem Design glänzender YouTube-Kanal. Die Videos, die ich auf „Games and Politics“ veröffentliche, verlinke ich seit diesem Jahr nicht mehr einzeln auf dieser Website: Zwar haben die kurzen Filme journalistischen Anspruch, sind aber auch immer sehr unterhaltend gestaltet und passen daher von ihrer Form her hier nicht so recht hin. Dennoch habe ich für sie oft langwierige und anstrengende Recherchen angestellt. Besonders das Video über die Darstellung von lizensierten „Porsche“-Fahrzeugen in Rennspielen (hier) war das Ergebnis einer aufwendigen Recherche.

Auch das Video über die Darstellung von Polizeigewalt in einem aktuellen First-Person-Shooter (hier), das Interview-Video über Moral in Videospielen (hier) sowie den mit einer Kollegin erstellte Film über Geschichts-Darstellungen in virtuellen Spielen (hier) möchte ich hervorheben, da sie meiner Meinung nach alle sehr gelungen sind. Zu einem weiteren guten Video, das für mich aber zu großen Problemen geführt hat, komme ich unter „Flops“ – und zum Kanal selbst auch noch unter „Zwischen Tops und Flops“. YouTube hat mich 2015 sehr bewegt.
Interessant war in diesem Jahr im Zusammenhang mit „Games and Politics“ noch die Entwicklung beim Thema „Frauen in Fußball-Videospielen“. Dazu hatte ich 2013 ein Interview mit einem Sprecher von „Electronic Arts“ geführt (hier), dem Hersteller der sehr populären Fifa-Fußball-Videospielreihe – denn bislang gab es in den Spielen keinen Frauen-Fußball. 2014 startete ich dafür eine kleine Petition (hier), die allerdings nur wenig Aufmerksamkeit und Unterzeichnerinnen und Unterzeichner fand. Dennoch war vielleicht auch mein – sowohl journalistisches als auch politisches – Engagement mit ein Grund dafür, warum „Electronic Arts“ im diesjährigen Fifa-Teil erstmals Frauen-Fußball anbietet. Nice!

Zwischen Tops und Flops
Hier kann ich weiter über „Games and Politics“ schreiben: Mittlerweile hat der YouTube-Kanal eine feste Zuschauerschaft – neue Videos werden regelmäßig innerhalb kurzer Zeit von einigen tausend Leuten geguckt. Nachdem es 2014 aber einen großen Zuschauersprung aufgrund einer Empfehlung eines größeren Kanals gab, stiegen die Aufruf- und Abo-Zahlen in diesem Jahr nur langsam. Mein selbstgestecktes Ziel von 10.000 Abonnentinnen und Abonnenten am Ende dieses Jahres habe ich verfehlt – aktuell sind es knapp 8.400. Das ist ok, Produktionsaufwand und Aufrufzahlen stehen aber trotzdem in einem problematischen Verhältnis. Und ohne die Crowdfunding-Unterstützung einiger Zuschauerinnen und Zuschauer wäre „Games and Politics“ wohl sowieso schon lange nicht mehr existent. Die geringe Steigerung der Zuschauerzahl, ein unschöner Streit zwischen mir und YouTube-Betreiber „Google“ (der gleich noch detaillierter beschrieben wird) und die letzten drei Monate des Jahres, in denen ich „Games and Politics“ etwas habe schleifen lassen, bedeuten aber nicht das Ende des Kanals. Dennoch wird sich in Zukunft – was auch für meinen Journalismus im Allgemeinen gilt – etwas ändern. Dazu aber im „Fazit und Ausblick“ mehr.

Auf niedrigem Niveau eingependelt hat sich meine journalistische Fotografie: Bei elf Events habe ich in diesem Jahr fotografiert (siehe hier), was zwar mehr als im Vorjahr war, dennoch wenig ist. Immerhin konnte ich die Zahl halten – aber wieder öfters als Fotograf unterwegs zu sein, ist nicht in Sicht. Dafür filme ich mit meiner neuen DSLR-Kamera vermehrt für YouTube-Videos – darin bin ich noch nicht vollkommen geübt, aber es wird…zumindest solange ich daran festhalte, mit Realbildern zu arbeiten.
Mein Artikel über Markennamen bei Kinderspielzeug (hier) war für mich mal ein ganz neues Thema: Ansonsten liegt mein inhaltlicher Schwerpunkt ja auf Sicherheitspolitik und wird dort auch weiterhin liegen. Dennoch habe ich in den Text viel Zeit und Aufwand gesteckt und etwa viele Statements von Herstellern eingeholt. Den Artikel dann bei einem Medium unterzubringen, gestaltete sich aber als schwierig – und das „Verfallsdatum“ aufgrund des heraneilenden Weihnachten machte es auch nicht besser. Letztlich hat es zwar geklappt den Artikel zu veröffentlichen, optimal lief das aber nicht – Das lag an mangelnden Kontakten in dem Bereich sowie selbstverschuldeter Zeitnot. Daraus zu lernen ist wohl: Ich kann zwar mal über andere Themen schreiben, sollte mich aber lieber auf mein Fachgebiet konzentrieren.

Flops
Die gute Nachricht: 2015 habe ich mir bei meinen Veröffentlichungen keine großen „Flops“ im Sinne von Fehlern geleistet – zumindest keine größeren Fehler gemacht, von denen ich etwas wüsste. Dennoch gab und gibt es grundsätzliche Probleme: In der letztjährigen Bilanz hatte ich mir vorgenommen, Recherchen besser zu verwerten – warum nicht aus den Recherchen und dem Sprechtext für ein Video auch noch einen Zeitungsartikel machen? Umgesetzt habe ich diese Idee leider nicht. Eine effiziente Verwertung von Recherchen sieht anders aus. Bleibt, dass ich mir das für das kommende Jahr wieder vornehme…
Das für mich mit Abstand im Zusammenhang mit meinem Journalismus stehende, negativste Erlebnis in diesem Jahr, betraf abermals meinen YouTube-Kanal: Mitte April veröffentlichte ich ein sachliches Video über „Sex in Videospielen“ (hier). In dem Video ging es um die fehlende „natürliche“ Darstellung von Sex in aktuellen Spielen. Ein Interview mit der Videospiel-Buchautorin und Gender-Forscherin Nina Kiel rundete das Video ab. Doch schon kurz nach der Veröffentlichung wurde es von YouTube gesperrt, da im Video unbekleidete virtuelle oder gezeichnete Menschen zu sehen waren – ein Verstoß gegen die YouTube-Richtlinien zu „Nacktheit und sexuellen Inhalten“ wurde mir angezeigt. Dies bedeutete aber nicht nur die Sperrung des Videos und eine Verwarnung, sondern auch eine Begrenzung der Videolänge für zukünftige Filme auf nur noch fünfzehn Minuten. Da es sich um ein Sachvideo handelte, die unbekleideten Personen keineswegs zusammenhangslos im Video gezeigt wurden und es in diesem Fall laut den YouTube-Richtlinien sehr wohl erlaubt ist, ein Video zu veröffentlichen, legte ich beim Plattform-Betreiber „Google“ Einspruch ein. Dass man für seine Einspruchs-Begründung nur 200 Zeichen Platz bekommt, ist – das sei hier nur am Rande angemerkt – eine Frechheit. Allerdings wurde mein Einspruch sowieso abgelehnt.

Da ich mich weiterhin im Recht sah, versuchte ich bei der Videoplattform direkt Mitarbeiter zu erreichen. Dass „Google“, zu dem YouTube gehört, ein intransparentes Unternehmen ist, wusste ich. Dass es aber nichtmals ein Kontaktformular, eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer für Nachfragen und Beschwerden gibt, hat mich dann aber doch überrascht. Ein multinationaler Konzern, bei dem scheinbar niemand in Deutschland arbeitet? Nur auf Umwegen – über die von „Google“ angestellte für YouTube zuständige PR-Agentur – erreichte ich einen Mitarbeiter, dem ich meinen Fall schildern konnte. Zwei Monate nach der Sperrung und zahlreiche E-Mails und Gespräche später, wurde die Sperrung des Videos samt Verwarnung aufgehoben (das Video ist jetzt für Leute ab 18 verfügbar) – ein Erfolg. Meine Lust, YouTube-Videos zu machen, wurde durch den Streit aber gedämpft – und auf eine andere Videoplattform zu wechseln, lohnt sich bei der Monopolstellung YouTubes leider auch nicht. Zumindest habe ich dieses negative Erlebnis zum Anlass für einen Artikel über die seltsamen Moralvorstellungen von US-Medienplattformen genutzt (hier). Zudem war es sehr schön, wie mir in dieser Zeit – und auch sonst in Sachen YouTube – Freunde und Bekannte wie die Kollegen von „Hooked“ und Daniel Blum aka „Writing Bull“ zur Seite standen. Vielen, vielen Dank dafür!

Fazit und Ausblick
Insgesamt fällt die Bilanz meines Journalismus 2015 in Ordnung aus: Im Video-Bereich konnte ich meine Arbeit verbessern, alles Andere lief in etwa weiter wie bisher. Sehr große Sprünge habe ich in diesem Jahr aber auch nicht gemacht, weshalb diese Bilanz auch nicht übermäßig positiv ausfällt.
Wie 2016 für meinen Journalismus wird, ist für mich schwer vorherzusagen, da sich meine private Situation (wie schon im Vorjahr) schnell in unterschiedlichste Richtung verändern kann. Aktuell sieht es aber danach aus, dass ich in Zukunft weniger Zeit in journalistische Arbeit investieren kann. Welche Prioritäten ich dabei setzen werde, weiß ich aktuell noch nicht – „Games and Politics“ soll aber auf jeden Fall weiter laufen und die inhaltliche Qualität erhalten bleiben. Vorstellbar wäre für mich jedoch, den Produktionsaufwand wieder etwas zu reduzieren, indem beispielsweise doch wieder auf reale Zwischenszenen verzichtet wird. Aktuell hat erstmal noch die Fertigstellung eines bereits seit Monaten verzögerten, aufwendigen Projekts zu den politischen und gesellschafts-kulturellen Aussagen des „StarWars“-Franchise, Priorität. Einen Ausbau des YouTube-Kanals wird es 2016 aber nicht geben. Dennoch könnte sich mein journalistischer Schwerpunkt weiter Richtung „virtuelle Spiele“ entwickeln und sich der Bereich „Sicherheitspolitik“ zukünftig auf reine Buchpublikationen beschränken – da ist einiges geplant, über das ich an dieser Stelle aber noch nichts verraten will. So bleibt es spannend, was 2016 journalistisch bei mir läuft. Es wird hier zu verfolgen sein.

Den Leserinnen und Lesern dieser Seite ein gutes Jahr 2016!

Michi

Die Rekrutierungsstrategie des „Galaktischen Imperiums“

erschienen als „IMI-Standpunkt 2015/045″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)

- Skrupellose Nachwuchswerbung -

Nach dem Untergang der Republik und dem Aufstieg des Galaktischen Imperiums hatten die neuen Machthaber unter ihrem Anführer Sheev Palpatines bzw. Darth Sidious Zugriff auf eine enorme Armee aus Klonkriegern. Diese waren den Droiden aufgrund ihres kreativen Denkens überlegen, der schnelle Aufbau und die hohen Anforderungen der enorm schlagkräftigen Klon-Armee machte aber den Einsatz wachstumssteigernder Mittel unabdingbar. So war die Armee zwar schnell einsatzbereit, ihr zeitlicher Verfall ist aber absehbar. Zudem konnte die nicht ideologisch gefestigten Klone leicht „missbraucht“ werden. Um Kosten zu sparen – die Kaminoaner verlangen für die Klone Unsummen – und die Personaldecke vor allem auf der Führungsebene zu sichern, muss das Galaktische Imperium seit einiger Zeit vermehrt Nachwuchs aus der Zivilbevölkerung werben. Zwar ist die Werbekampagne nicht so umfangreich, wie die für andere Armeen, dennoch lohnt sich ein Blick auf die Rekrutierungsstrategie des Imperiums und der massiven Probleme, die es bei der Nachwuchssuche hat.

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