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Kassel, Kassel, Kassel

Eher durch Zufall habe ich innerhalb weniger Tage gleich drei Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen im nordhessischen Kassel. Es beginnt mit einem Vortrag über „Videospiele und Militär“, geht weiter über das Thema „Bundeswehr an Schulen“ und endet beim von mir erstmals gehaltenen Vortrag über die politischen und gesellschafts-kulturellen Aussagen der STAR WARS-Filme:

3. Dezember 2015 / 18 Uhr / „Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und die Rüstungsindustrie“ Vortrag & Diskussion / Arnold-Bode-Straße 12 (Hörsaal IV), Campus Holländischer-Platz, Kassel / Facebook-Seite zur Veranstaltung

5. Dezember 2015 / 17.30 Uhr / „Militarisierung von Schulen und Hochschulen: Was können wir tun“ Vortrag & Diskussion (ich springe als Ersatz für eine der beiden Referentinnen ein) / Wilhelmshöher Alee 73 (Ing.-Schule der Universität), Kassel / Programm des 22. Friedensratschlags (PDF)

7. Dezember 2015 / 20 Uhr / „Deconstructing STAR WARS“ – Vortrag über die politischen und gesellschafts-kulturellen Aussagen der STAR WARS-Filme mit anschließender Diskussion / Moritzstraße 19 (K 19), Campus Holländischer-Platz, Kassel / Facebook-Seite zur Veranstaltung

»Wir müssen an unserer politischen Klarheit arbeiten«

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 2. Dezember 2015

- Vor dem ersten Kasseler Friedensratschlag ohne den langjährigen Sprecher Peter Strutynski: Ein Gespräch über die Zukunft der Friedensbewegung -

Am Wochenende findet im nordhessischen Kassel der 22. Friedensratschlag statt. In vier Foren und über 30 Workshops werden die erwarteten 400 Teilnehmer über Fluchtursachen, Militärinterventionen, Waffenexporte und friedliche Konfliktlösungen diskutieren, mit dem Ziel, Wege aus der Kriegslogik und Schritte für eine neue Friedenspolitik zu erarbeiten. Dennoch ist nicht alles wie immer: Mit Peter Strutynski verstarb im September einer der wichtigsten Organisatoren der jährlichen Veranstaltung und zugleich ein Sprecher des Bundesausschuss Friedensratschlag.


Frank Skischus, ist Mitglied im Bundesausschuss Friedensratschlag.

Viele Jahre lang hielt Peter Strutynski die Einführungsrede beim Friedensratschlag. Davon musste er aus gesundheitlichen Gründen schon im letzten Jahr absehen. Wie wird der Friedensratschlag am Wochenende ganz ohne ihn aussehen?

Keine Frage, Peter fehlt uns sehr – sowohl wegen seiner sehr guten organisatorischen Arbeit als auch wegen seiner scharfen politischen Analysen. Er hat uns und den Besuchern des Friedensratschlags viel Orientierung gegeben. Dennoch ist der Tod Peters kein Ende einer Ära. Wir wollen vielmehr die Ära, die er begonnen hat, fortsetzen. Wir werden uns weiter auf die Stärken unseres Teils der Friedensbewegung konzentrieren, also Analysen sicherheitspolitischer Entwicklungen liefern und dies mit aktionsorientierten Diskussionen paaren. Dabei ist uns auch die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und antifaschistischen Organisationen wichtig.

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Kampf um die Köpfe

erschienen in der Tageszeitung Neues Deutschland (www.neues-deutschland.de) am 23. November 2015

- Eine Denkfabrik der NATO entwickelt mit deutschen Journalisten und Wissenschaftlern neue Propagandatechniken -

Friedensaktivisten machen gegen eine Kaserne am Niederrhein mobil. Dort werden die Luftstreitkräfte der NATO koordiniert und Strategien entwickelt, die Bevölkerung von Kriegseinsätzen zu überzeugen.

Kalkar am Niederrhein: 13 685 Menschen leben in dem beschaulichen Ort mit dem mittelalterlichen Stadtkern unweit der niederländischen Grenzen. Auf der Website der Stadt wird über die aktuelle Flüchtlingssituation und eine Adventsausstellung informiert, am kommenden Wochenende gibt es einen Nikolausmarkt – nichts Ungewöhnliches dieser Tage. Kalkar ist eine unauffällige deutsche Kleinstadt. Nur ein eingezäuntes Areal, das sich abgeschottet hinter Bäumen im Südwesten der Stadt anschließt, passt nicht so recht ins Idyll. Es ist das Hauptquartier des »Zentrums Luftoperationen« der Bundeswehr. Von hier aus werden die deutschen Luftstreitkräfte dirigiert, bei Übungen im Inland, aber auch bei Einsätzen im Ausland. Für die NATO übernimmt das Bundeswehr-Zentrum diese Aufgabe sogar vom Atlantik bis nach Russland. Und auch den Weltraum haben die Militärs von Kalkar aus im Blick und können den Befehlshabern nach eigenen Angaben »in Echtzeit« Lagebilder liefern.

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Kulturkampf: Sex verboten, Gewalt erlaubt

erschienen am 22. November 2015 bei Telepolis (www.telepolis.de)

- „Amerikanische Prüderie“, europäische Ansichten und gewalthaltige Spiel-Videos auf YouTube -

Erzkonservative Moralvorstellungen verhindern die Darstellung von Liebe und Sex in US-Medienproduktionen und auf US-Medienplattformen – die Zurschaustellung extremer Gewalt und das Posten von Hassbotschaften sind hingegen erlaubt. Durch die zunehmende Dominanz von US-Medien wird auch Europäern diese Moral aufgezwungen. Schon heute tobt deshalb ein Kulturkampf in sozialen Netzwerken.
„Amerikanische Prüderie“, so bezeichnet der Fantasy-Autor George R. R. Martin die extrem konservativen Moralvorstellungen, mit denen er aufgrund seines Epos „Das Lied von Eis und Feuer“, auf dem die Erfolgs-Fernsehserie „Game of Thrones“ basiert, oft konfrontiert sei.

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Traditionell in Tübingen

Wie schon im vergangenen Jahr und dem Jahr zuvor bin ich auch 2015 Referent auf dem Kongress der „Informationsstelle Militarisierung“ in Tübingen – diesmal sogar gleich mit zwei Vorträgen:

13. November 2015 / 20 Uhr / „Virtuelle Landschaften“ Spielung, Vortrag & Diskussion / Wohnprojekt Schellingstraße 6, Tübingen

15. November 2015 / 11.15 Uhr / „Imageproblem Panzer – Kassel und der Protest gegen schweres Militärgerät“ Vortrag & Diskussion / Schlatterhaus (Österbergstraße 2), Tübingen

Den Flyer zum Kongress mit weiteren Informationen gibt es hier: Außenteil; Innenteil.

Schwerter zu Fabrikrohren

erschienen auf der Website der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 21. Oktober 2015

- Zivilklauseln gibt es nicht nur in der Forschung. Auch einige Unternehmen lehnen militärische Aufträge ab -

Eigentlich hätte das italienische Unternehmen Morellato Termotecnica den Auftrag dringend gebraucht: Der Hersteller von Kühlsystemen und Solaranlagen steckte 2012 in der Krise und musste Mitarbeiter in Kurzarbeit versetzen. Den Auftrag des Rüstungsherstellers WAAS lehnte die Firma trotzdem ab. WAAS wollte eine Kühlanlage für eine riesige Wasserwanne zum Testen von Torpedo-Unterwasserwaffen erwerben, doch die Mitarbeiter von Morellato Termotecnica sprachen sich in einer Urabstimmung dagegen aus. „Wir können unsere Fähigkeiten nicht in den Dienst einer Sache stellen, mit der man Kriegstechnologien entwickelt“, heißt es im Ablehnungsschreiben an WAAS. Für ihre Überzeugung nahmen die Mitarbeiter des Kühlsystem-Herstellers auch finanzielle Einbußen in Kauf.

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Alles dreht kopf

erschienen auf der Website der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 19. Oktober 2015

- Die Spielebranche steht jetzt kurz davor, das „Holodeck“ für alle erlebbar zu machen -

Vollkommen in die virtuelle Welt eintauchen zu können – das gelingt in der populären Science-Fiction-Serie Star Trek seit den 70er Jahren mit dem sogenannten Holodeck. Der Raum ermöglicht durch die Erschaffung einer visuellen, akustischen und sogar haptisch wahrnehmbaren virtuellen Umgebung ein Versinken in künstliche Räume, das Gefühl kompletter Immersion. Die virtuelle Welt wirkt real. Heute scheint das echte Holodeck technisch noch immer in weiter Ferne zu sein, einige Wissenschaftler bezweifeln sogar gänzlich, die fiktive Star-Trek-Technologie jemals umsetzen zu können. Ein neuer Schritt in Richtung Holodeck könnte immerhin zur Jahreswende gegangen werden. Dann sollen die ersten Virtual-Reality-Brillen auf dem Markt erscheinen. Das könnte zumindest den Medienkonsum revolutionieren.

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Operation Öffentlichkeit

erschienen auf der Website der Wochenzeitung „der Freitag“ (www.freitag.de) am 15. Oktober 2015

- Brandon Bryant hat enthüllt, dass Deutschland für den tödlichen Drohnenkrieg der USA eine wichtige Basis ist -

In einem Wüstengebiet im US-Bundesstaat Nevada sitzt Brandon Bryant in einem kleinen Container. Computer surren, der Raum wird nur von dem Licht der Monitore erhellt. Die Bilder darauf zeigen eine karge, braune Landschaft. Einige Personen, die an einem Lehmhaus stehen, sind zu sehen. Bryant schaltet auf Infrarotsicht. Nun sind die Menschen nur noch weiße Silhouetten. Mit seinem Joystick richtet er einen Laser auf die ihm unbekannten Personen. Ein Mann hinter Bryant gibt einen Countdown „Drei– Zwei–Eins– Rakete starten“. Der junge Soldat hält weiter auf sein Ziel. Nach wenigen Sekunden blitzt es im Monitor hell auf – eine Explosion. Die Menschen, die gerade noch zu sehen waren, sind verschwunden. Airman First Class Brandon Bryant hat in seinen fünf Jahren als Sensor-Operator einer „MQ-1B Predator“-Drohne Hunderte solcher Einsätze geflogen. Als er die US-Air Force 2011 verließ, bekam er ein Zertifikat, auf dem seine Erfolge aufgelistet waren: 6.000 Flugstunden – und 1.626 im Kampf getötete Feinde.

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Die Verbindungen zwischen der Videospielbranche, dem Militär und der Rüstungsindustrie

erschienen als „IMI-Studie 2015/09″ auf der Website der Informationsstelle Militarisierung (www.imi-online.de)

Laut einer Erhebung der „Gesellschaft für Konsumforschung“ betrug der Umsatz mit Videospielsoftware allein in Deutschland 2013 insgesamt 1,82 Milliarden Euro. Gerade im Bereich der Spiele für Konsolen wie die „Playstation“ von Sony, die „XBox“ von Microsoft und die „Wii U“ von Nintendo steigen die Verkaufszahlen: 2013 um fünf Prozent auf 862 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 500.000 verkauften Spielen auf 23,5 Millionen Exemplare. Über 29,3 Millionen Bundesbürger spielen heute mehrmals im Monat digitale Spiele.

Videospiele, die Militär und Krieg thematisieren, erfreuen sich dabei besonderer Beliebtheit. So wurde etwa der 2011 veröffentlichte First-Person-Shooter BATTLEFIELD 3* allein in Deutschland über eine Millionen Mal verkauft. Der zur selben Zeit erschienene Konkurrenztitel CALL OF DUTY – MODERN WARFARE 3* brachte seinem Hersteller einen Rekordumsatz von weltweit einer Milliarde US-Dollar innerhalb von nur 16 Tagen nach Veröffentlichung.

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Vortrag über „Bundeswehr an Schulen“ in Leipzig

Im Rahmen der „Kritischen Einführungswochen“ wurde ich eingeladen an der Universität Leipzig einen Vortrag über „Bundeswehr an Schulen“ zu halten. Die Veranstaltung richtet sich vor allem – aber natürlich nicht nur – an Lehramtsstudierende. Über viele ZuhörerInnen und MitdiskutantInnen würde ich mich wie immer freuen!

16. Oktober 2015 / 15 Uhr / „Die Eroberung der Klassenzimmer – Wie die Bundeswehr in Bildungsstätten wirbt“ Vortrag & Diskussion / Hörsaal 12, Hörsaalgebäude der Universität Leipzig / Website zur Veranstaltung